An der Europäischen Wasserscheide zwischen Rhein und Donau

Die Kleinstadt Oberkochen zwischen Aalen und Heidenheim brilliert mit namhafter Industrie, guter Infrastruktur und hoher Wohnqualität.
  • Der weitläufige Blick auf die Stadt Oberkochen. Auf dem Bergrücken im Hintergrund ist der Ortsteil Heide zu erkennen. Foto: Oliver Giers

Oberkochen. Inmitten herrlicher Waldlandschaft am Nord-Ost-Rand der Schwäbischen Alb verläuft die Europäische Wasserscheide zwischen Rhein und Donau. Hier liegt die Stadt Oberkochen verkehrsgünstig an der B 19 und der Brenzbahn von Aalen nach Ulm. Der Ursprung des Schwarzen Kochers prägt genauso wie der Volkmarsberg (743 m) die Stadt zwischen Albuch und Härtsfeld.

Ein Waldanteil von 70 Prozent der Markungsfläche lässt trotz den über 5.000 Arbeitsplätzen bei 7.795 Einwohnern nicht den Eindruck einer Industriestadt aufkommen. Die älteste nachgewiesene urkundliche Erwähnung stellen zwei Urkunden aus dem Ellwanger Lagerbuch vom 17. Januar 1335 dar. Oberkochen war ab dem 14. Jahrhundert herrschaftlich geteilt. Der größere Teil gehörte zum Kloster Ellwangen, der kleinere zum Kloster Königsbronn. Aus diesem Grund wurde in der Reformationszeit zwischen 1536 und 1553 der Königsbronner Teil des Ortes mit Württemberg evangelisch, während der Ellwanger Teil katholisch blieb. Die Teilung des Ortes führte in der Folge immer wieder zu rechtlichen Problemen und Streitigkeiten, die im Jahr 1749 im sogenannten Aalener Protokoll geklärt wurden, einem Vertrag zwischen Ellwangen und Württemberg.

1802 fiel Oberkochen an Württemberg. Zu Zeiten des Königreichs gehörte Oberkochen bereits zum Oberamt Aalen, ab 1938 zum Landkreis Aalen, mit dem es durch die Kreisreform 1973 im Ostalbkreis aufging.

Stadtrecht seit 1968

Obwohl es weder historische Gründe dafür gab noch der Ort damals die dafür eigentlich erforderliche Einwohnerzahl von 10.000 Einwohnern überschritten hatte, wurde Oberkochen 1968 zur Stadt erhoben. Voraus ging dem ein starker Bevölkerungszuwachs des Dorfes nach Ende des Zweiten Weltkrieges, von etwas mehr als 3000 auf beinahe 8000 Einwohner im Jahre 1961, verursacht durch die Umsiedlung des Konzerns Carl Zeiss durch die amerikanische Besatzungsmacht. Der damalige Bürgermeister Gustav Bosch (Amtszeit: 1948 – 1978), wie auch die zuständige Behörde, erwarteten ein weiteres Wachstum bis über die notwendige Marke von 10.000 Einwohnern, deshalb wurde die Erhebung zur Stadt schon davor beantragt und gewährt. Die 10.000 Einwohner wurden jedoch nie erreicht. Nach der Erhebung zur Stadt war die Einwohnerzahl stetig leicht rückläufig und ist inzwischen wieder unter 8.000 Einwohner gefallen.

© Schwäbische Post 30.08.2018 15:02
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