Der Beton bereitete massive Probleme

Rund drei Millionen Euro haben die Stadtwerke Aalen in die Sanierung der Tiefgarage Spritzenhaus gesteckt. Über 1000 Tonnen Beton, der während des Umbaus auch noch für unliebsame Überraschungen und Verzögerungen sorgte, mussten ersetzt werden.
  • Maroder Beton machte die Sanierung der Tiefgarage zwingend notwendig. Sprichwörtlich erstrahlt sie mit der jetzt installierten LED-Beleuchtung in neuem Glanz, ist behindertengerecht und die Ausfahrt zur Bahnhofstraße wurde verbessert. Foto: opo

Aalen. Gut ein Jahr hat der Umbau gedauert, seit einigen Tagen ist sie endlich wieder eröffnet: Die Tiefgarage Spritzenhausplatz. Die Sanierungsarbeiten starteten im Januar 2017 und sollten ursprünglich im Dezember 2017, rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft, abgeschlossen sein. Da die Sanierungsarbeiten, speziell in den tiefer liegenden Etagen, deutlich aufwendiger wurden als ursprünglich geplant, konnte dieser Termin jedoch nicht eingehalten werden.

Der Grund für die Verzögerung war ein großflächig verbauter relativ weicher Beton auf den Bodenplatten, der sich nicht mittels Hochdruckwasserstrahlroboter abtragen ließ. Damit musste wesentlich mehr Beton mit handgeführten Lanzen abgetragen werden, was in der Folge zur Verzögerung führte.

Bereits im Jahr 2005 wurden Teilflächen der Fahrbahnen mittels Hochdruckwasserstrahl saniert und betontechnisch ausgebessert. Eine flächige Sanierung erfolgte damals jedoch nicht. Betontechnische Untersuchungen in den Jahren 2015 und 2016 zeigten, dass flächig nicht tolerierbare Chloridwerte im Beton enthalten waren. Diese stammten zum einen aus den im Jahr 2005 nicht sanierten Teilflächen und zum anderen durch einen Neueintrag im weiteren Betrieb. Damit war die durch das Chlorid verursachte Korrosion an den Bewehrungsstählen soweit fortgeschritten, dass eine Generalsanierung unumgänglich wurde.

Besonderheiten bei der Sanierung der Tiefgarage

Da die Fahrbahnen der Zwischendecken aufgrund des Schädigungsgrades komplett herausgeschnitten wurden, wären ohne temporäre Aussteifungen durch den seitlichen Erddruck die Außenwände der Tiefgarage eingedrückt worden und damit die Standfestigkeit des gesamten Gebäudes gefährdet gewesen. Die Tiefgarage bildet quasi das Fundament des Gebäudes Spritzenhausplatz.

Die Ausfahrt in die Bahnhofstraße war aufgrund der engen Kurvenradien nicht optimal. Deshalb wurde eine neue Ausfahrtsrampe gebaut. Auch hierbei musste in die Statik der Garage erheblich eingegriffen und entsprechende dauerhafte neue Abstützungen errichtet werden. Da die Garage nicht behindertengerecht ausgeführt war, wurde eine neue Aufzugsanlage errichtet. Oberirdisch hat man von der Stadelgasse direkten Zugang zum Aufzug. Auch das Treppenhaus zum Spritzenhausplatz wurde neu gestaltet. Es gibt neue Bodenbeläge, eine neue Farbgestaltung und die Glasbausteine wurden entfernt.

Der Brandschutz der Tiefgarage entsprach nicht mehr dem Stand der Technik und musste komplett überarbeitet werden. Neben klassischen Abschottungsmaßnahmen mussten Türen ausgetauscht, eine zusätzliche Brandmeldeanlage installiert und ein Feuerwehrfunksystem installiert werden.

Die Gesamtkosten der Sanierungsmaßnahmen in der Tiefgarage betragen rund drei Millionen Euro (netto) und liegen damit, trotz aufwendiger und längerer Betonsanierung, aufgrund effizienter stadtwerkeeigener Projektsteuerung circa 500.000 Euro unter der ursprünglichen Kostenschätzung. SWA

© Schwäbische Post 31.01.2018 15:03
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