Wandel zum „Homo-Digitalis“

Schüler der Adalbert-Stifter-Realschule beschäftigen sich kritisch mit der Smartphone-Nutzung
  • Mit Referaten und Sketchen näherten sich die Schüler der Adalbert-Stifter-Realschule dem Thema „Smartphone“. (Foto: jps)
„Smartphone – Segen oder Fluch? Mit diesem Thema bechäftigten sich die Ethikschüler der Jahrgangsstufe neun der Adalbert-Stifter-Realschule. Das Ergebnis wurde am Dienstagabend beim dritten Philo-Café im Begegnungszentrum Riedäcker präsentiert.Schwäbisch Gmünd. Die Schülerin Lea Dietz meinte zur Einführung: „Im heutigen Zeitalter ist ein Alltag ohne Smartphone und Internet so gut wie unmöglich.“ Positiv dabei sei, dass der Alltag häufig leichter geworden sei. Eltern könnten beispielsweise schnell das „Kind nach Hause beordern“, aber die Gespräche seien häufig unpersönlicher. Sogar ein Suchtverhalten könne entstehen. Mit selbst ausgedachten Sketchen und gut recherchierten Vorträgen brachten die jungen Leute ihre durchaus kritischen Ansichten zur heutigen Nutzung der sozialen Medien zu Gehör. Ein Beitrag umriss kurz die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke wie etwa Twitter, Whats App oder Facebook.
„Diese werden täglich von Millionen Menschen genutzt, wobei die bekanntermaßen schlechte Sicherheit der Daten den Unsern meist egal ist“. Die Schüler rund um Ethiklehrerin Agnes Rimkus gingen der Frage nach: „Sind diese sozialen Netzwerke wirklich so sozial?“ Das Fazit der Schüler fiel eindeutig aus: Es werde häufig die Realität verwischt. Lästereien und Lügen können anonym verbreitet werden und was einmal im Netz gelandet ist verbleibe dort für immer. Intensiv befasst haben sich die Schüler mit dem Buch „Digitaler Burnout“ von Alexander Markowetz. Laut Markowetz unterbrechen die Menschen im Schnitt alle 18 Minuten ihre Tätigkeit, um auf ihr Handy zu schauen, dies entspreche 2,5 Stunden täglich und betreffe alle Altersklassen. Der Mensch mutiert zum „Homo Digitalis“. Die Realschüler kamen zu dem Ergebnis: „Moderne Medien lenken uns ab, wir vergessen Freunde und Schule und das menschliche Miteinander geht verloren“.
Verabredungen werden über Nachrichtendienste getroffen und dank moderner Datenbrillen sei sogar Shoppen im Ausland und sportliche Betätigungen virtuell möglich. Zustimmendes Murmeln erklang bei Leas Fragen: „Werden Sie unruhig, wenn sie ohne Handy aus dem Haus gehen? Sind Sie länger mit dem Smartphone beschäftigt, als sie eigentlich beabsichtigen?“Die Ethikschüler zogen einen überraschenden Schluss: „Das Smartphone stiehlt uns unser Glück.“ Sie waren sich einig, dass in der Schule auch auf die Problematik der modernen Medien eingegangen werden und die sinnvolle Nutzung gelehrt werden müsse. „Den Kindern soll ein Anker in die reale Welt gegeben werden“, fasste Lea Dietz zusammen.
© Schwäbische Post 13.04.2016 15:44
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