„Berufsberatung hilft immer“

Keine Angst vor der Berufswahl: Bei der Entscheidung für den passenden Beruf helfen die Berufsberater der Agentur für Arbeit.
  • Berufsberater Anton Brenner. Foto: Agentur für Arbeit

Aalen. Anton Brenner ist Berufsberater bei der Agentur für Arbeit in Aalen. Mit seinen Kollegen unterstützt er Schulabgänger beim Start ins Berufsleben. In einem Gespräch verrät er, welche Rolle persönliche Stärken bei der Berufswahl spielen und gibt Jugendlichen hilfreiche Tipps zur Orientierung. Nadja Kienle befragte für uns den Berufsberater.

Herr Brenner, wie schwer fiel Ihnen selbst die Berufswahl nach der Schulzeit?

Anton Brenner: Die Berufswahl fiel mir damals nicht leicht. Ich hatte viele tolle Ideen im Kopf, wusste aber nicht, wie ich diese umsetzten kann. Und wenn ich ehrlich bin, hat es mir auch etwas an der Motivation gefehlt, diese Ideen konsequent zu verwirklichen. Es gab damals aber auch noch nicht die vielen Hilfsangebote, die unseren heutigen Jugendlichen zur Verfügung stehen.

Wie schwer oder einfach ist es für junge Menschen, ihren Traumberuf zu finden?

Brenner: Auf die Berufswünsche junger Menschen wirken heute vielfältige Einflüsse wie Social Media oder das Fernsehen ein. Hier werden oft Träume geweckt, die sich in der Wirklichkeit nicht immer umsetzen lassen. So gibt es nicht alle Berufsmöglichkeiten in jeder Region und auch die finanziellen Rahmenbedingungen in den Familien setzen hier möglicherweise Grenzen.
Außerdem gibt es eine Vielzahl an Berufen, da kann man schnell den Überblick verlieren.

Sollten sich Jugendliche bei dem Thema verstärkt auf den Rat ihrer Eltern verlassen?

Brenner: Hier halte ich ein konstruktives Miteinander für die optimale Lösung. Jugendliche können von den Erfahrungen ihrer Eltern profitieren, sich aber auch eine zweite Meinung hinsichtlich ihrer Stärken und Interessen einholen. Dadurch erkennen sie, ob ihre Selbst- und die Fremdwahrnehmung übereinstimmen.

Welche Rolle spielen die persönlichen Stärken für die richtige Berufswahl?

Brenner: Die persönlichen Stärken sind wichtig, aber nur eine Facette bei der Berufswahl. Viele andere Dinge spielen ebenfalls mit hinein. Dazu gehören unter anderem die Interessen, aber auch das Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten. Auch durch die Betriebe individuell festgelegte harte Fakten wie der Schulabschluss oder die Noten in ausgesuchten Fächern sind wichtige Faktoren.

Welchen Rat haben Sie für junge Leute, die überhaupt nicht wissen, in welche Richtung sie beruflich gehen möchten?

Brenner: Wer noch keinen Plan hat, sollte sich trauen, sich das auch einzugestehen, denn das ist zunächst völlig normal. Für unentschlossene Jugendliche lohnt sich auf jeden Fall ein Termin beim Berufsberater. Die Berufsberatung hilft immer und die Jugendlichen werden bei der Orientierung dort abgeholt, wo sie gerade stehen.

Wie hilfreich sind die Online-Portale zur Entscheidungsfindung?

Brenner: Online-Portale sind eine gute Einstiegshilfe. Jugendliche bewegen sich viel im Internet und sind die Nutzung gewohnt. Daher sprechen wir die jungen Menschen auf „vertrauten Kanälen“ an. Allerdings besteht angesichts der Vielfalt im Netz die Gefahr, den Überblick zu verlieren. Sie ersetzen deshalb nicht eine qualifizierte Berufsberatung.

Welche Tipps geben sie jungen Leuten abschließend noch mit auf den Weg?

Brenner: Habt keine Angst, euch mit der Berufswahl zu beschäftigen! Ihr müsst auch nicht perfekt sein.
Und der Satz, „die Berufswahl sei eine Entscheidung fürs Leben“, stimmt so nicht ganz. Denn angesichts des Wandels in den Berufen und den ständig zunehmenden Weiterbildungsmöglichkeiten könnt ihr eine getroffene Entscheidung noch korrigieren.

© Schwäbische Post 21.02.2018 10:40
379 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.