Der Mann mit der Tuba

Herrmann Bayer, Vorsitzender der Stadtkapelle, ziert das Ipfmess-Herz 2016
Tatsächlich! Der Ipfmess-Pin 2016 zeigt den Vorsitzenden der Stadtkapelle Bopfingen, Hermann Bayer. „Bisch du´s?“ – „Des isch doch...!“ – „Ha, den kenn’ I doch.“ Als vor einigen Wochen der neue Herz-Pin für die Ipfmesse 2016 in Umlauf kam, begann in Bopfingen das große Rätselraten. „Wer ist denn drauf auf dem Ipfmess-Herz 2016?“
Ja, er ist es wirklich. Der Tubaspieler in der Montur der Stadtkapelle mit weißem Hemd, roter Weste und schwarzem Hut ist Hermann Bayer, der Vorsitzende der Bopfinger Stadtkapelle.
Er ist die erste Person, die es auf dieses nicht nur in Bopfingen sehr beliebte Ipfmessandenken geschafft hat. Seit der Premiere des Mess-Herzens zum Jubiläum „200 Jahre Ipfmesse“ waren es immer Fahrgeschäfte, ein Kettenkarussell (2011), ein Riesenrad (2012), ein Karussellpferd (2013), ein Boxauto (2015), nur 2014, da waren es zwei Bierkrüge. Alles Dinge, die typisch sind für die Bopfinger Ipfmesse.
„In diesem Jahr hatten wir dann die Idee mit den Musikern“, erzählt Monika Reber, Grafikdesignerin beim Bopfinger Projektteam. Als Vorlage diente ihr ein Foto der Stadtkapelle bei einem Stadtkonzert. „Zuerst dachte ich daran, mehrere Musiker abzubilden, doch dafür ist der Platz auf dem Herz einfach zu klein.“ So fiel ihre Wahl schließlich auf „den Herrn mit der Tuba. Der hat mir und auch den Verantwortlichen der Stadt am besten gefallen“.
Für den Herrn mit der Tuba war es eine Riesenüberraschung – „und eine große Ehre. Aber eine Zeltrunde werde ich trotzdem nicht schmeißen“, fügt er lachend hinzu.
Die Resonanz sei großartig. Ständig werde er darauf angesprochen, selbst vom ehemaligen Stadtkapellen Vorsitzenden Anton Sonnberger, der jetzt in Brasilien lebe, habe er eine E-Mail bekommen. Zudem sei dieser Anstecker auch eine tolle Werbung für die Blasmusik und die Stadtkapelle, „Und Blasmusik gehört ja zur Ipfmesse, ohne die geht es nicht. Genauso wenig wie ohne Kettenkarussell und Feuerwerk.“
Ein Satz, der für die Bopfinger Stadtkapelle in ganz besonderem Maß gilt. Musikalisch ist die Ipfmesse für die Kapelle neben dem Weihnachtskonzert der Höhepunkt des Jahres. Finanziell betrachtet ihre „Haupteinnahmequelle“. Und was die Arbeitszeit angeht, zumindest in den ersten drei Tagen, fast ein Dauereinsatz. Bereits im Vorfeld spielt die Stadtkapelle bei der Bierprobe, dann am Ipfmess-Freitag bei der Ausstellungseröffnung im GHV-Zelt und danach beim Fahneneinmarsch.
Am Samstagnachmittag stehen die Musiker schon wieder auf dem Marktplatz und spielen noch vor dem Umzug ein Platzkonzert und nach dem Umzug bis 18 Uhr im Festzelt. Der nächste Auftritt ist am Sonntag beim Frühschoppen im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst. Noch einmal geht es von etwa 11 Uhr ab bis zum späten Nachmittag.
„Wir sind wirklich sehr froh, dass wir auch beim neuen Festwirt so oft spielen dürfen“, sagt Bayer, denn entgegen immer wiederkehrender Gerüchte werde die Stadtkapelle nicht von der Stadt gefördert. „Wir sind ein ganz normaler Musikverein und müssen unser Geld, etwa für die teure Ausbildung unseres Nachwuchses, selbst verdienen“, betont Bayer.
Ipfmess-Montag und -Dienstag dürfen die Musiker die Ipfmesse genießen. Wenn sie nicht gerade Dienst schieben im Getränkestand der Stadtkapelle. Hier servieren sie dann statt Märschen und Polkas Kaffeespezialitäten und Cocktails wie den alkoholfreien „Ipfmess’ Sunrise“. Text/Foto: gne
© Schwäbische Post 23.06.2016 16:26
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