Ein halbes Jahrhundert Chorgesang

Am Samstag bietet der Philharmonische Chor Schwäbisch Gmünd seinem Publikum drei namhafte Solisten und musiziert gemeinsam mit der Sinfonietta Tübingen. Der Festakt mit Konzert zum Jubiläum beginnt um 19.30 Uhr im Stadtgarten.
  • Diana Haller
  • André Morsch
  • Ewandro Stenzowsk

Schwäbisch Gmünd. Ebenso ungewöhnlich wie attraktiv ist das Programm, das der Philharmonische Chor Schwäbisch Gmünd den Zuhörern in seinem Jubiläumskonzert mit Festakt zum 50-jährigen Bestehen am Samstag, 6. Mai, um 19.30 Uhr im Stadtgarten bietet. Es beginnt mit der „Akademischen Festouvertüre“, einem der populärsten Werke von Johannes Brahms. Ebenfalls von dem in Hamburg geborenen Komponisten ist das „Triumphlied“ für achtstimmigen Chor und großes Orchester, und zwar die „Bremer Fassung“, die erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde. Die Komposition von 1872 erfährt damit ihre erste Aufführung in Gmünd.

Die „Ballade vom Jäger Herne“ aus der Komischen Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai leitet über zu dem Bereich der Deutschen Romantik, in dem Sagen und Legenden eine wichtige Rolle spielten. In dieser herrlichen Alt-Arie wird ebenso der Aberglaube der Menschen ausgenützt wie in der „Ersten Walpurgisnacht“ von Felix Mendelssohn Bartholdy nach einer Ballade von Johann Wolfgang von Goethe. Goethe versucht hier eine rationale, historische Erklärung für die geheimnisvollen Ereignisse in der „Maiennacht“ auf dem Brocken zu finden. Diese dramatische „Kantate“ mit ihrer farbigen Orchestrierung, den packenden Kontrasten und herrlicher Melodik kann als ein Hauptwerk Mendelssohns angesehen werden.

Unter der Leitung von Stephan Beck musizieren zusammen mit dem Philharmonischen Chor die Sinfonietta Tübingen und ein hochkarätiges Solistenensemble: Diana Haller, Ewandro Stenzowsk und André Morsch.

Diana Haller, Alt, wird derzeit von Publikum und Presse gleichermaßen umjubelt als „Ariodante“ in der gleichnamigen Oper von Georg Friedrich Händel an der Stuttgarter Oper. Die Internationale Hugo-Wolf-Akademie spricht von einem „kroatischen Energiebündel“, das 2012 den ersten Preis bei ihrem Internationalen Wettbewerb für Liedkunst gewonnen hat. 2013 wurde sie in der Kritikerumfrage der „Opernwelt“ zur Nachwuchssängerin des Jahres gewählt.

Die im kroatischen Rijeka geborene Sängerin ist seit 2010 festes Ensemblemitglied der Oper Stuttgart. 2011 gab sie ihr Debüt beim Londoner Händel-Festival, 2014 gastierte sie als Ines in „Il trovatore“ bei den Salzburger Festspielen. Darüber hinaus ist sie eine gefragte Konzert- und Oratoriensängerin. Als Liedinterpretin begeistert sie regelmäßig bei Veranstaltungen der Hugo-Wolf-Akademie, zuletzt auch zusammen mit André Morsch.

Ewandro Stenzowski, Tenor, wurde in Curitiba, Brasilien, geboren. Er ist mehrfacher Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe in Brasilien. Schon frühzeitig hatte er Auftritte als Solist in zahlreichen Oratorien und Messen. Seit 2001 hatte Stenzowski erste Engagements an Opernhäusern Brasiliens und Argentiniens. 2010 debütierte er am Staatstheater von Rio de Janeiro in „Il Guarany“ von Gomez und als Janek („Die Sache Makropoulos“). Seit der Spielzeit 2014/15 ist er Ensemblemitglied am Landestheater Detmold. In Stuttgart machte Stenzowski in den Rollen des Quint („The Turn oftheScrew“) und Don Ottavio („Don Giovanni“) bei Produktionen der Musikhochschule am „Wilhelma Theater“ auf sich aufmerksam.

André Morsch, Bariton, ist in Kassel geboren. Als Preisträger mehrerer Wettbewerbe, unter anderem der Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart 2007, gastierte er an vielen Opernhäusern in Europa und tritt regelmäßig mit Ensembles wie Les Arts Florissants, Les Talens Lyriques, Le Poème Harmonique sowie dem Netherlands Radio Philharmonic Orchestra und dem Brussels Philharmonic auf. 2008 gab er sein Debüt an der Opéra Comique de Paris in der Titelrolle der Oper „Cadmus et Hermione“ von Lully. 2015 sang André Morsch unter anderemden Pompeo in Berlioz´ „Benvenuto Cellini“ an De Nationale Opera Amsterdam, den Papageno („Die Zauberflöte“) am Grand-Théâtre de Genève sowie die Partie des Christus in der „Matthäus-Passion“ mit dem Residentie Orkest Den Haag. In der Spielzeit 2016/17 ist er an der Oper Stuttgart als Guglielmo („Cosìfantutte“) und als Pluto in der Neuinszenierung von „Orpheus in der Unterwelt“ zu erleben. pm

© Schwäbische Post 05.05.2017 17:19
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