Nach der Ausbildung zur Hochschulreife

Die Berufsoberschulen in Aalen: Ein Beispiel für die Durchlässigkeit des Bildungssystems.

Aalen. Das berufliche Schulwesen in Baden-Württemberg hat über die Landesgrenzen hinaus Vorbildcharakter. Ein Beispiel für die Durchlässigkeit des Bildungssystems ist die Berufsoberschule. Sie schafft ein leistungsfähiges Angebot auf dem zweiten Bildungsweg, das heißt nach der Berufsausbildung, das Abitur zu erlangen. An der Technischen Schule, der Kaufmännischen Schule und der Justus-von-Liebig-Schule in Aalen sind im jeweiligen Profil Berufsoberschulen eingerichtet.

Auf diese Weise wird engagierten und motivierten Menschen die Chance geboten, ihre allgemeine und fachtheoretische Bildung zu vertiefen und zu einem weiteren Abschluss zu gelangen. An der Berufsoberschule kann die fachgebundene oder, mit einer zweiten Fremdsprache, die allgemeine Hochschulreife erworben werden. Dies ist ein Weg, über den Fachkräfte eine Hochschulzugangsberechtigung erlangen und sich über ein Hochschulstudium zur Führungskraft in ihrem Bereich entwickeln können.

Die Ausbildung in der Berufsoberschule mit den Fachrichtungen Technik (TO), Wirtschaft (WO) oder Sozialwesen (SO) setzt einen qualifizierten mittleren Bildungsabschluss sowie eine abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine gleichgestellte Berufserfahrung voraus. Es gibt keine Zugangsbeschränkung hinsichtlich des Lebensalters der Schülerinnen und Schüler. Zudem kann ein elternunabhängiges BAFÖG beantragt werden.

Die Berufsoberschule führt während des zwei Jahre dauernden Vollzeitunterrichts in den allgemeinen Fächern – Deutsch, Englisch, Mathematik etc. – und fachrichtungsbezogenen Unterrichtsfächern – Physik (TO), Wirtschaft (WO), Biologie mit Gesundheitslehre (SO) – zur Hochschulreife. Dabei kann mit zwei Fremdsprachen die allgemeine oder mit einer Fremdsprache die fachgebundene Hochschulreife erlangt werden.

Besonders befähigte junge Menschen mit Fachhochschulreife können unter bestimmten Bedingungen direkt in das zweite Jahr der Berufsoberschule einsteigen. Wer in drei Jahren parallel zu einer betrieblichen Ausbildung die Fachhochschulreife erworben hat, kann dann bei entsprechender Qualifikation, nach einem weiteren Jahr der Berufsoberschule zur allgemeinen Hochschulreife gelangen.

Die typische Schülerschaft der Berufsoberschule entscheidet sich nach der ersten Qualifikation im Berufsleben dafür, die bisherige Berufsausbildung durch ein Hochschulstudium zu ergänzen. Die bewusste Entscheidung für den Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung dokumentiert – neben dem erforderlichen Leistungswillen und Durchhaltevermögen – auch die Bereitschaft zu einer ergebnisorientierten Vorgehensweise und den Einsatz für ein Ziel viel zu investieren.

Anmeldeschluss ist der 1. März 2018. Weitere Informationen gibt es auf den Homepages: Technische Oberschule - www.ts-aalen.de, Wirtschaftsoberschule - www.ks-aalen.de, Berufsoberschule für Sozialwesen - www.jvl-aalen.de. Bei der Ausbildungsplatz- und Studienplatzmesse stehen Lehrer aller drei Berufsoberschulen für Auskünfte zur Verfügung.

© Schwäbische Post 21.02.2018 10:40
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