Neue Männer für Bürgergarde

Nachwuchssorgen vor Umzug auf Cannstatter Volksfest
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Nur wenige Wochen ist es her, als die Männer der Hüttlinger Bürgergarde traditionell das neue Jahr mit nicht zu überhörenden Salut-Böllern begrüßten. Aber nicht zu übersehen sind auch die Sorgen der Truppe. „Die Garde wird älter und dünner“, so der Kommandant im Gespräch mit der Wochenpost.Hüttlingen. „Wenn nicht jetzt dann“, sagt der 75 jährige Kommandant. Er meint die längst überfällige Mitgliederwerbung und die Initialzündung soll nun durch eine völlig überraschend hereingeschneite Einladung zum 170. Cannstatter Volksfest. Beim großen Festzug durch die historischen Gassen Stuttgart-Bad Cannstatts soll die Bürgergarde mit von der Partie sein. Beim größten Schaustellerfest im Ländle will auch die Bürgergarde auf dem Cannstatter Wasen Einzug halten.

Zehn zu wenig
Historisch einwandfreie Kleidung ist gefordert, Trachten und Uniformen sowie eine Gruppenstärke von mindestens zwanzig Personen. „Das ist die Krux, wir haben nur noch zwei Handvoll Aktive“, sagt Salvasohn. Und wenn man vielleicht sogar einen Festwagen fürs Cannstatter Volksfest ins Rollen bringen könne, wäre dies das Tüpfelchen auf dem i. Die Bürgergarde zählt zu den ältesten Vereinigungen der Gemeinde Hüttlingen.
Die Tradition geht auf das Jahr 1849 zurück, als der damalige Schultheiß 150 wehrpflichtige Männer ans Oberamt Aalen melden musste. Wiedergegründet wurde die Garde 1985 unter Herbert Petzoldt, wobei man die Uniform des achten Infanterie-Regiments „Alt-Württemberg“ gewählt hatte. Seither begrüßt man das neue Jahr mit dem Salut-Schießen.

Immer im Einsatz
„Aber auch das ganze Jahr über sind wir rege auf Reisen“, sagt Salvasohn. Auf Umzügen des Landesverbands der Garden und Wehren, beim Kalten Markt in Ellwangen oder bei der Ipf-Mess in Bopfingen und beim St. Georgs-Fest in Bad Mergentheim. „Wir sind alles andere als Säbelrassler“, baut der Kommandant jedwedem Vorbehalt vor.
Die lose Gruppierung der Bürgergarde wolle einfach den Werten der Tradition und der Historie frönen. 1985 bei der Wiedergründung hatte man noch 25 Aktive. „Wir suchen Leute, die mit auf Umzüge gehen, Trommler und auch Marketenderinnen, die Ausrüstung ist vorhanden“, erklärt Salvasohn. Dass die Hüttlinger Bürgergarde mit ihren „Nachwuchssorgen“ nicht alleine dasteht, beweist die Personalnot vieler ähnlich strukturierter Vereine.
Die Mitglieder der Bürgergarde Hüttlingen sind zwischen sechzig und achtzig Jahre alt. „Wir freuen uns über jeden Interessenten, der künftig im Tschako mit gelben Borten und Wappen des württembergischen Königs Friedrich I. mit uns gemeinsame Sache machen will“, blickt Salvasohn auf „eine hoffentlich große Resonanz.“ Eine kühle Maß und ein zünftiges Vesper auf dem Wasen inklusve…..
Wer Interesse hat, hier die Kontaktdaten: Telefon: 07361-71926, Mail: constantin.s@hotmail.de
© Schwäbische Post 10.03.2015 15:54
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