VfR Aalen geht in die Insolvenz

Fußball Den Verein plagt ein negatives Eigenkapital in Höhe von 3,6 Millionen Euro. Der laufende Spielbetrieb ist nicht gefährdet, aber der DFB verhängt die Höchststrafe: neun Punkte Abzug.
  • Der bittere Moment: Der VfR Aalen gibt am 14. Februar bekannt, dass der Verein in die geplante Insolvent geht. Mit dabei (von links): Insolvenzverwalter Dr. Holger Leichtle, Aalens OB Thilo Rentschler, VfR-Pressesprecher Sebastian Gehring, VfR-Präsidiumssprecher Roland Vogt und VfR-Geschäftsführer Holger Hadek. Foto: opo

Aalen

Hiobsbotschaft abseits des Platzes: Der Fußball-Drittligist VfR Aalen zieht die Notbremse und geht in die geplante Insolvenz. Der Grund: Die Schuldenaltlasten und deren Folgewirkungen aus früheren Zeiten sollen so geregelt werden. In Summe plagt den Verein nun ein negatives Eigenkapital von 3,6 Millionen Euro. Neben diesen Schulden in den Büchern des VfR Aalen ist eine Haupteinnahmequelle des VfR Aalen – die Rechte am Stadionnamen – an deren Tilgung gebunden und steht dem Verein im laufenden operativen Betrieb nicht zur Verfügung. Hinzu kommt noch eine Steuerrückzahlung im mittleren sechsstelligen Bereich, die aus der Zeit von 2008 bis 2012 herrührt. „Diese drohende Steuerrückzahlung bringt das Fass zum Überlaufen“, sagte Roland Vogt, Sprecher des Präsidiums. Letztlich kann sich der VfR Aalen aus eigener Kraft aus dieser Schuldenlast nicht mehr befreien.“ Mit der Planinsolvenz will sich der VfR nicht nur von diesen Altlasten befreien, sondern sich auch die Namensrechte am Stadion und damit die Luft zum finanziellen Atmen zurückholen.

Dass der Schwarze Peter Ex-Präsident und Mäzen Berndt-Ulrich Scholz zugeschoben wird, weil dieser nicht für die Entschuldung des Vereins gesorgt habe, ärgert den 77-Jährigen maßlos: „Ich bin maßlos enttäuscht, das ist eine linke Nummer hoch drei.“ Ganz ungestraft kommt auch der VfR Aalen nicht davon. Im Gegenteil: Sportlich bekommen die Ostälbler die Höchststrafe vom Deutschen Fußballbund (DFB) aufgebrummt: neun Punkte Abzug im laufenden Spielbetrieb. „Das ist schon harter Tobak“, sagte der damalige Geschäftsführer Markus Thiele. Der Verein geht zwar mehrfach in Berufung, blitzt aber jedesmal ab. Immerhin: Die Fußballer geben die Antwort auf dem Platz und schaffen trotzdem den Klassenerhalt. Auch abseits des Platz läuft alles nach Plan: Das Amtsgericht Aalen hat das Insolvenzverfahren zum 1. Juli aufgehoben. Somit ist die Plansanierung des VfR Aalen in einem Zeitraum von nur rund vier Monaten nach Stellung des Antrages erfolgreich abgeschlossen.

Aalens OB Thilo Rentschler ist erleichtert: „Ich bin froh, dass der VfR Aalen finanziell durchstarten kann. Es ist wichtig für unsere Region, dass die Menschen weiterhin hochklassigen Profifußball erleben können.“

© Schwäbische Post 21.12.2017 11:09
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