Aus eins mach zwei: Wie ein zweiter Kreditnehmer die Kreditchancen und -konditionen verbessern kann

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland über 7,6 Millionen Verbraucherkredite abgeschlossen. Während dabei sicherlich viele Verbraucher mit guter Bonität und nach wenigen Klicks schnell online einen Kredit erhalten haben, sind vermutlich vor allem Selbständige oder Berufseinsteiger trotz eines Einkommens häufig von Banken abgelehnt worden. Der Grund: ihre Bonität reichte nicht für die Kreditvergabe aus. Mit einem zweiten Kreditnehmer lässt sich jedoch die Chance auf eine Kreditvergabe deutlich steigern.

Es ist für viele Selbständige meist frustrierend. Sie benötigen dringende Investitionen für ihre Firma, erhalten aber von Banken keinen Kredit, da das Einkommen unregelmäßig ist oder die Selbständigkeit nur ein oder zwei Jahre besteht. Aus der Sicht der Banken ist die Ablehnung jedoch verständlich. Schließlich muss jedes Kreditinstitut im Vorfeld sicherstellen, dass Kreditraten fristgerecht zurückgezahlt werden können. Gerade bei Selbständigen mit sehr unsteten Einkünften ist diese Sicherheit in vielen Fällen nicht gegeben. Wer Immobilien oder Lebensversicherungen besitzt, kann auch als Selbständiger selbst weitere Kreditsicherheiten anbieten. Doch tatsächlich gibt es mit einem zweiten Kreditnehmer eine deutlich einfachere Möglichkeit, um die Chance auf eine Kreditzusage zu erhöhen.

Zwei Verantwortliche, doppelte Sicherheit

Wenn ein Kreditvertrag mit zwei Vertragspartnern abgeschlossen wird, sind beide in gleichem Maße für die Rückzahlung der Schulden verantwortlich. Für die Bank bedeutet das eine doppelte Absicherung und eine deutliche Verringerung des Ausfallrisikos. Damit der Kredit mit einer zweiten Person schließlich erfolgreich beantragt werden kann, muss diese über eine ausreichende Bonität und ein geregeltes Einkommen verfügen. Bei einer unzureichenden Bonität kann auch ein sogenannter „Kredit ohne Schufa“ welcher zum Beispiel über Score Kompass verglichen werden kann, weiterhelfen. Nichtsdestotrotz wird bei einem Zahlungsausfall des „ersten“ Kreditnehmers auch der zweite Kreditnehmer zur Zahlung herangezogen.

Mit zweitem Kreditnehmer bessere Konditionen erhalten

Wird eine zweite Person mitverantwortlich für die Tilgung eines Kredits, steigt dadurch nicht nur die Chance auf einen positiven Kreditbescheid, sondern auch die Konditionen des Darlehens können sich maßgeblich verbessern. So haben Kreditnehmer die Möglichkeit, die Kreditsumme zu zweit anzuheben. Gerade bei größeren Investitionen über Finanzierungen sind zwei Kreditverantwortliche ohnehin die meist bessere Lösung. Zudem zahlt sich die höhere Sicherheit für die Banken auch in günstigeren Kreditkonditionen in Form niedrigerer Kreditzinsen aus. So können selbst kleine Verbesserung der Zinsen im Nachkommabereich gerade bei längeren Laufzeiten und hohen Kreditsummen für enorme Einsparungen sorgen. Doch auch bei kurzen Laufzeiten lohnen sich günstigere Zinsen schon. Ein Beispiel: Werden 50.000 Euro über drei Jahre zu 6,5 Prozent finanziert, ergibt sich eine Gesamtkreditsumme von über 54.000 Euro. Bei einer Verzinsung von 5,5 Prozent über 36 Monate liegen die Gesamtkosten um mehr als 1.000 Euro niedriger.

Nicht nur für Selbständige lohnt sich ein zweiter Kreditnehmer

Um bessere Kreditkonditionen können auch zwei angestellte Ehepartner gegenseitig als zweiter Kreditnehmer eingesetzt werden. Damit überhaupt die Chance auf einen Kredit steigt, bietet es sich außer für Selbständige auch für Berufseinsteiger an, einen weiteren Kreditnehmer einzusetzen. Diese Person wird dann beim Kreditantrag einfach mit angegeben. Für die erfolgreiche Eintragung in den Kreditvertrag spielt es keine Rolle, ob das Darlehen online oder vor Ort in einer Bankfiliale beantragt wird.

© Schwäbische Post 09.11.2017 08:57
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