Projekt Glasfaserausbau in Deutschland

Wir leben in einem digitalen Zeitalter. Das Internet ist nicht mehr wegzudenken. Immer größer werden die Datenmengen, die über das World Wide Web übertragen werden. Filme und Videos, Musik-Clips oder der Einkauf im Online-Handel sind nur einige der Dinge, die ein User heute im Internet erledigt. Hinzu kommen Video-Anrufe, Webinare und Konferenzen. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Internetkapazitäten oftmals nicht mehr ausreichend sind, um den Bedarf zu decken. Dieser Umstand ist auch den Netzbetreibern bekannt, die sich daher um einen konsequenten Ausbau der Glasfaserleitungen in der Bundesrepublik Deutschland bemühen.

Warum ist der Glasfaserausbau wichtig?

Der Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland ist wichtig. Zum einen sollen so Haushalte an das DSL-Netz angeschlossen werden, für die das Hochgeschwindigkeitsinternet bislang noch nicht verfügbar ist. Zum anderen sollen so auch Unternehmen von den schnellen Glasfaserleitungen profitieren, die sich nicht innerhalb moderner Gewerbeparks befinden. Schaut man sich die Netzbetreiber an, die mit dem Ausbau beschäftigt sind, dann wird schnell klar, dass die Telekom hier nicht alleine ist. Die Konkurrenz ist hier sehr aktiv und so wird es wahrscheinlich eben auch oft ein Wettbewerber sein, der diese neuen Kunden für sich gewinnen wird.

Der Glasfaserausbau und die Anbieter im Überblick

Im Folgenden mal ein kleiner Überblick über den Stand des Glasfasernetzes der verschiedenen Anbieter und weiterführende Informationen über die geplanten Projekte.

Die Telekom – der Marktführer

Die Telekom ist – das dürfte niemanden überraschen – der größte Anbieter. Ihr Glasfasernetz beträgt mehr als 455.000 Kilometer und es wird jedes Jahr um mehrere tausend Kilometer erweitert. Hierfür investiert die Telekom im Milliarden-Euro-Bereich. Allerdings konzentriert sich die Telekom derzeit vor allem auf den Ausbau der Glasfaserleitungen in ausgewählten Gewerbegebieten und auf die Zuleitungen für den VDSL-Ausbau.

Vodafone - sicher auf Platz Zwei

Der Anbieter Vodafone ist auf Platz Zwei. Mit rund 60.000 Kilometern Glasfaserleitungen betreibt Vodafone nach der Telekom bundesweit das größte funktionierende Netz. Der Anbieter hat sich im letzten Jahr ebenfalls einer massiven Glasfaser-Ausbau-Initiative verschrieben und möchte sein Netz um ein Vielfaches ausbauen. Anders als die Telekom konzentriert sich Vodafone dabei nicht vorwiegend nur auf die Ballungsgebiete und Städte, sondern bezieht vor allem auch ländliche Region in den Ausbau mit ein, die von der Telekom teilweise vernachlässigt werden.

1&1 Versatel - Platz Drei für den beliebten Anbieter

1&1 Versatel ist der drittgrößte Anbieter für Glasfasernetze in der Bundesrepublik. Das Unternehmen unterhält insgesamt ca. 40.000 Kilometer der schnellen Hochgeschwindigkeitsleitungen. Auch hier wird der Ausbau stetig vorangetrieben, sodass jedes Jahr neue Kapazitäten hinzukommen. Wie die Telekom hat sich 1&1 vor allem zu Beginn um den Ausbau in Ballungsgebieten und Gewerbezonen konzentriert. Inzwischen fokussiert sich das Unternehmen bei seinem Glasfaserausbau aber immer mehr auch auf ländliche Regionen und kleinere Gebiete außerhalb der Ballungsräume. Das Ziel dürfte es sein, die von der Telekom nicht bedienten Kunden zu bekommen und eine Konkurrenz zum Anbieter Vodafone aufzubauen, der ebenfalls den Ausbau in den ländlichen Gebieten vorantreibt.

Weitere Anbieter

Neben den oben genannten Anbietern gibt es noch eine Reihe weiterer - vor allem kleinerer bzw. regionaler - Provider, die ebenfalls an dem Ausbau des Datennetzes arbeiten. Für jeden Anbieter ist eine bessere Netzwerkleistung durch die Verwendung von Glasfaserkabeln ein Muss, um den Kundenanforderungen nach einer höheren Datenübertragung und einer besseren Anbindung aus allen Regionen und Zonen ist für gerecht zu werden. Angesichts der steigenden Bedeutung des Internets führt daran auch in Zukunft kein Weg vorbei.
Durch die immer größere Vielfalt an Anbietern haben sich verschiedene Dienstleistungsunternehmen wie MPC Service der Aufgabe verschrieben, vor allem Unternehmen hinsichtlich der Carrierleistungen – also der Dienste und Produkte von Netzbetreibern – zu beraten und zu betreuen. Das Internet ist dort schließlich nicht mehr wegzudenken. Sollte aufgrund eines falschen Konzepts ein längerfristiger Internetausfall verursacht werden, können dadurch schnell hohe Umsatzeinbrüche die Folge sein. Durch korrekte Vorkehrungen kann hier sehr gut vorgebeugt werden.

Technologien für den Ausbau

Immer mehr Anbieter gehen dazu über, für den Ausbau der Glasfaserleitungen auf Micro-Trenching zu setzen. Dabei handelt es sich um ein relativ neues Verfahren, welches nur eine kleine Öffnung von Straßen oder Gehwegen erfordert. Auf diese Weise lassen sich die Arbeiten besonders schnell und kostengünstig erledigen. Außerdem kommt es während der Baumaßnahmen nur zu geringen Einschränkungen der umliegenden Bewohner. Inzwischen werden zunehmend mehr Kanäle für Glasfaserkabel nach diesem neuen Prinzip geschaffen, wodurch der Ausbau deutlich schneller erfolgt.

Heute ist der Ausbau der Glasfaserleitung deutlich günstiger und um ein Vielfaches schneller erledigt als noch vor einigen Jahren. Darüber hinaus ist es auch möglich, die Kapazität des Netzwerks durch das Mieten von Leistung oder Leitungen bei einem anderen Anbieter zu erhöhen.

Fazit und Zusammenfassung

Der Ausbau des bestehenden Glasfaser Netzwerks ist von großer Bedeutung. Daran führt kein Weg vorbei. Aus diesem Grund sind fast alle Provider mit dem Glasfaserausbau beschäftigt. Die Ziele bzw. die Prioritäten der Anbieter sind jedoch alles andere als einheitlich. Darüber hinaus versucht jeder möglichst schnell möglichst lukrative Gebiete, das heißt bisher von niemandem erschlossenen Regionen mit viel Potential, anzubinden.

Bild: Pixabay rawpixel-4283981

© Schwäbische Post 13.03.2018 09:01
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