Sachsen oder Litauen

Zum Artikel "Vorwurf: Flugblatt nicht objektiv" der GT vom 23. Februar:
"Zu den Äußerungen und Kritiken zur geplanten Flurneuordnung in Böbingen ist allgemein anzuführen, dass bislang zirca 500 Kommunen in Baden-Württemberg eine Flurneuordnung durchgeführt haben und ganz überwiegend positive Erfahrungen gemacht haben. Aus Fehlern und Sünden der 60er Jahre wurde gelernt. Seit Jahren gab es keine Prozesse mehr. Dem Inhalt des Artikels nach wenden sich die Gegner zentral gegen die Subjektivität des Flyers, der Steuergeldverschwendung und Eingriffen in den Naturhaushalt.
Hierzu folgende Anmerkungen: Bürgermeister, Verwaltung und die überwiegende Mehrheit des Gemeinderats befürworten seit Jahren die Flurneuordnung für Böbingen. Es ist absurd zu erwarten, dass diese Haltung den Bürgern nicht vermittelt werden darf und neben objektiven Informationen auch um Zustimmung zu bitten. Die Flurordnung regelnden Gesetze und Verordnungen lassen keine Eingriffe in die Natur zu. Selbst das Fällen eines einzelnen Baumes im Zuge der Flurordnung bedarf der Zustimmung der Naturschutzbehörden. Insgesamt dürfte sogar eine Verbesserung des ökologischen Umfelds durch Anlage von Biotopen entstehen. Der Bau von Privatwegen, wie vorgeschlagen, ist aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen unrealistisch. Der Gemeinde sollen für diese Maßnahme Zuschüsse in Höhe von zirca 2,7 Millionen Euro von EU, Bund und Land zufließen. Unbestritten stammen diese Mittel aus Steuergeldern. Wenn sie jedoch nicht Böbingen zufließen, dann eben Sachsen oder Litauen. Ausgegeben werden sie sicher. Der Gemeindeanteil von zirka 600 000 Euro stammt vorwiegend auch aus öffentlichen Geldern, weshalb es nur legitim ist, dass alle Böbinger abstimmen."
Peter Bulling,
Böbingen
© Schwäbische Post 25.02.2005 00:00
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