Hier schreibt der KC Schwabsberg 1953 e.V.

Einfach nur g i g a n t i s c h

  • Der Rekordhalter Fabian Seitz. Mit der Weltklasseleistung von 732 Kegeln holte sich der Rechberger Fabian Seitz, Deutschlands bester Kegler, den deutschen Rekord postwendend vom Zerbster Boris Benedik zurück.

Kegeln, 1. Bundesliga Männer:

Schwabsbergs Fabian Seitz holt sich seinen Rekord zurück

Schwabsberg überrollte Gastgeber Straubing zum Auftakt mit einer Weltklasseleistung. Die überragende Mittelpaarung der Ostwürttemberger stellte den hochverdienten 6 : 2 Auswärtserfolg (3959 : 3837 Kegel) frühzeitig sicher.

Das mit Spannung erwartete Duell Radek Hejhal gegen Fabian Seitz hielt nicht nur was es versprach sondern entpuppte sich geradezu als keglerisches Highlight der Superlative. Ein Match wie es die Bundesliga bislang wohl noch nicht erlebt hat. Mit der Weltklasseleistung von 732 Kegeln holte sich der Rechberger seinen Deutschen Rekord aus 2014, den Radek Hejhal (709 Kegel) im Laufe dieser Saison eingestellt und der Zerbster Boris Benedik mit 728 Kegeln überboten hatte, zurück. Der Straubinger Hejhal, der mit 711 Kegeln ebenfalls ein absolutes Weltklasseergebnis erzielte, blieb ihm dabei absolut nichts schuldig.

Schwabsbergs Kegler lieferten auch in Straubing erneut einen schlagenden Beweis dafür, dass sie völlig zu Recht zu den Top-Teams der Liga zählen. Nach einem überragenden Start in den ersten beiden Dritteln, wo die Schwaben durchweg mit Leistungen im Weltklasseformat aufwarteten, ging den Ostwürttembergern allerdings im Schlussdrittel leider etwas die Puste aus.
Schwabsberg startete mit schon galaktisch anmutenden 1407 Kegeln in die Partie. Dabei legten Deutschlands überragender Kegler dieser Spielzeit, Fabian Seitz, mit einem neuen deutschen Rekord (732 Kegel) und Mathias Dirnberger mit überragenden 675 Kegeln den Grundstock für den deutlichen Schwabsberger Auswärtserfolg. Als im Mitteldrittel Jürgen Pointinger und Kapitän Reiner Buschow, ebenfalls in bestechender Spiellaune, nochmals vortreffliche 1345 Kegel (660 und 685 Kegel) draufpackten, war das Spiel zu Gunsten der Schwaben bereits gelaufen.
Mit Spielentscheidend war, dass Deutschlands aktuelle Nr. 1 in Sachen Kegelsport, den Straubinger Weltklassemann Radek Hejhal (Heimschnitt: 676 Kegel), knacken konnte. Die Entscheidung für die offensive Spielvariante, nämlich Seitz gegen Hejhal zu setzen, war erst in allerletzter Sekunde gefallen. Ein Wagnis, behaftet mit dem Risiko möglicherweise einen sicheren Punkt zu verlieren aber auch mit der Aussicht auf reichen Gewinn. Letztlich eine emotionale Entscheidung aber ganz im Sinne des Sports und eine richtige Entscheidung zudem, wie sich herausstellen sollte. Getreu dem Motto: Wer nichts riskiert gewinnt auch nichts.

Duell der Giganten
Mathias Dirnberger und Fabian Seitz gegen die Straubinger Rupert Atzberger und Radek Hejhal, das waren die Pärchen des Auftaktdrittels.
„Matze“ Dirnberger bestätigte erneut seine derzeit bestechende Form. Mit vier Gewinnsätzen gewann er sein Match glatt. Perfekt getimte Handneuner sorgten in kritischen Spielsituationen regelmäßig für klare Verhältnisse. Als sein Kontrahent auf der Schlussbahn den Anschluss verlor, nutzte er dessen Schwächephase aus und zog auf und davon. Mit überragenden 675 : 590 Kegeln erarbeitete er den ersten hochverdienten Punkt für Schwabsberg.
Ein Duell zweier Giganten war es zweifellos. Das mit Spannung erwartete Match zwischen dem Tschechen Radek Hejhal und Fabian Seitz. Ein Zweikampf, der sich bildlich am trefflichsten wohl mit einem Ritt auf einer Rasierklinge umschreiben lässt.
Zwei Athleten die Kegelsport in seiner höchsten Vollendung zelebrierten. Bereits der erste Satz machte deutlich, dass da etwas ganz außergewöhnliches in der Luft liegt. Der endete nämlich 196 : 190 !!! für Fabian Seitz. Seitz lag bereits komfortabel in Front, als Radek Hejahl im Räumen, beinahe spielerisch anmutend mit sechs Handneunern in Folge aufwartete und so dem Schwabsberger wieder bedrohlich nahe kam. Der zweite Satz ging mit 177 : 171 Kegeln an den Straubinger, wie auch der dritte mit 182 : 181 Kegeln. Die Entscheidung fiel im Schlusssatz als Fabian Seitz, mit zwei Kegeln im Rückstand liegend, mit einem Handneuner das Räumen eröffnete. Als er diesem dann noch ein Zweierräumen folgen ließ geriet der Straubinger stark unter Zugzwang, zumal seine Anwürfe plötzlich nicht mehr so formvollendet gelangen, wie zuvor. Nunmehr befreit aufspielend gelang der Deutschen Nr. 1 mit 732 : 711 Kegeln nicht nur der angestrebte Spielpunkt sondern der knackte auch noch den Deutschen Einzelrekord des Zerbsters Boris Benedik (728 Kegel).
Radek Hejhal, Einzelbahnen: 190-177-182-162, Ges.: 711 (433/278/1) Kegel vs. Fabian Seitz, Einzelbahnen: 196-171-181-184, Ges.: 732 (435/297/0) Kegel, neuer deutscher Rekord.
Zwischenstand erstes Spieldrittel:
0 : 2 Mannschaftspunkte bei 1301 : 1407 Kegeln für den KC Schwabsberg.

Glanzleistung der Mittelachse
Am Ende war es nicht mehr ausschlaggebend, dass der Straubinger Rene Zesewitz auf der Startbahn gegen Jürgen Pointinger beim 153 : 153 eigentlich einen halben Punkt verschenkt hatte. Der Schwabsberger steigerte sich von Bahn zu Bahn und sorgte in Hälfte zwei mit exzellenten 344 Kegeln für klare Verhältnisse.
Seinen Matchpoint musste er sich allerdings gegen den stark aufspielenden Straubinger, der hervorragende 641 Kegel erzielte, hart verdienen. Mit 2,5 : 1,5 Satzpunkten und blitzsauber herausgespielten 660 Kegeln hatte der Schwabsberger am Ende aber völlig zurecht die Nase vorn.
Mit der Glanzleistung von 685 Kegeln bescherte Kapitän Reiner Buschow seinem Team auch den zweiten zu vergebenden Punkt. Dank überragender 346 (183/163) Kegel auf den beiden Startbahnen, gab es für den Straubinger Jens Weinmann (283 Kegel) nichts zu erben. In Halbzeit zwei drehte der zwar den Spieß um und kam noch zu zwei Satzgewinnen. Mehr ließ Schwabsbergs Leitwolf, der 339 Kegel nachlegte, dann aber doch nicht zu. Toll die beiderseits überragend gespielte Schlussbahn, die Weinmann mit 190 : 182 Kegeln zu seinen Gunsten entscheiden konnte.
Zwischenstand zweites Spieldrittel:
0 : 4 Mannschaftspunkte bei 2578 : 2752 Kegeln für den KC Schwabsberg

Zwei Ehrenpunkte für Straubing
Timo Hehl und der Straubinger Michal Jirous lieferten einen durchgängig spannenden Schlagabtausch. Der Tscheche entschied, dank seines konsequenteren Räumspiels, die Partie mit 2,5 : 1,5 Satzpunkten und hervorragenden 635 : 623 Kegeln für sich.
Auch der zweite im Schlussdrittel zu vergebende Punkt ging an Straubing. Alexander Stephan und im zweiten Spielabschnitt Ronald Endraß gelang es nicht den sehr konstant spielenden Straubinger Kapitän Manuel Lallinger ernsthaft in Gefahr zu bringen. Mit 3 : 1 Gewinnsätzen und 624 : 583 Kegeln gestaltete auch der das Ergebnis für seine Mannschaft optisch etwas günstiger.
Endstand: 2 : 6 Gesamtpunkte bei 3837 : 3958 Kegeln für den KC Schwabsberg.

Stimmen zum Spiel – Fabian Seitz:
„Unser Auftakt war absolute Weltklasse. Das können nur ganz wenige Mannschaften. Dass uns zum Schluss hin etwas die Luft ausgegangen ist, damit können wir dann doch ganz gut leben.
Mein Match gegen den Radek war überragend. Schade ist nur, dass es dabei immer einen Verlierer geben muss. Dass ich den deutschen Einzelrekord mit 732 Kegel jetzt wieder habe ist schon ein ganz gutes Gefühl.“

 

Blickpunkt Bundesliga – 16. Spieltag

TSV 90 Zwickau - SKV Rot Weiß Zerbst 1999 1,0 : 7,0
SKC Victoria Bamberg - TSV Breitengüßbach 6,0 : 2,0
KRC Kipfenberg - SKC Staffelstein 3,0 : 5,0
Donauperle Straubing - KC Schwabsberg 2,0 : 6,0
FEB Amberg - SKC Nibelungen Lorsch 3,0 : 5,0

1 SKV Rot Weiß Zerbst 1999 16 102,0 : 26,0 28 : 4
2 SKC Victoria Bamberg 16 89,0 : 39,0 28 : 4
3 SKC Staffelstein 16 87,0 : 41,0 26 : 6
4 KC Schwabsberg 16 76,5 : 51,5 23 : 9
5 Donauperle Straubing 16 57,5 : 70,5 14 : 18
6 KRC Kipfenberg 16 54,5 : 73,5 12 : 20
7 SKC Nibelungen Lorsch 16 51,5 : 76,5 10 : 22
8 TSV Breitengüßbach 16 44,5 : 83,5 9 : 23
9 FEB Amberg 16 44,0 : 84,0 6 : 26
10 TSV 90 Zwickau 16 33,5 : 94,5 4 : 28

Donauperle Straubing 2 : 6 KC Schwabsberg
Name Kegel SP MaP MaP SP Kegel Name
Rupert Atzberger 590 0 1,0 4 675 Mathias Dirnberger
Radek Hejhal 711 2 1,0 2 732 Fabian Seitz
Rene Zesewitz 641 1,5 1,0 2,5 660 Jürgen Pointinger
Jens Weinmann 636 2 1,0 2 685 Reiner Buschow
Michal Jirous 635 2,5 1,0 1,5 623 Timo Hehl
Manuel Lallinger 624 3 1,0 1 583 A.Stephan/R. Endraß
3837 11,0 2,0 13,0 3958

 

© KC Schwabsberg 1953 e.V. 06.03.2016 16:02
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