Wer ist Sonntag der Palmesel?

Die Schwäbische Post hat sich auf die Suche nach Allgemeinwissen um die Tradition begeben
Ein Palmesel – wer oder was war das? Und welche Tradition verbirgt sich dahinter? Auf der Suche nach Antworten hat die Schwäbische Post einige Bürger befragt –und dabei kuriose, witzige und informative Aussagen gesammelt.Aalen. Haben Sie schon einmal etwas vom Palmesel gehört? Mit dieser Frage konfrontierte die SchwPo einige Passanten. Nein? Haben Sie nicht? Keine Sorge, Sie sind nicht allein. Eine junge Passantin, die ihren Namen in der Zeitung nicht nennen will, rätselt: „Vielleicht eine neue Bar?“ Nein. Nächster Versuch. Ihre Freundin versucht es mit Kreativität: „Vielleicht eine Pflanze?“ Auch nicht.
„Ein Wahrzeichen? Ein Denkmal?“, probiert es auch die nächste Passantin, Friederike Berghold. Kleiner Tipp: Es handelt sich um etwas Religiöses. „War da nicht etwas mit Jesus? Und einem Esel?“ Schon eher. Auch Familie Weber mit Tochter Jasmin Mangold versuchen ihr Glück. Vater Weber findet sofort eine Ausrede. Er sei nicht von hier und könne deshalb nicht wissen, was es mit dem Palmesel auf sich habe. Mutter Weber hat schon einmal davon gehört. Nach kurzem Überlegen ist es aber die 16-jährige Tochter Jasmin, die die Antwort weiß: „Ist Jesus nicht mit einem Esel über die Palmenblätter nach Jerusalem geritten?“ Genau. Richtig. Doch da gibt es noch mehr zu erzählen.

Ja, wer oder was ist denn der Palmesel nun?
Und das macht Sieglinde Schoch, ehemalige Religionslehrerin: „Ist doch klar. Der Esel wurde bei den Palmprezessionen mitgeführt. Auf einem Wägele mit Rädern. Zur Veranschaulichung des Einzugs von Jesu in Jerusalem.“ Richtig!
Heute noch gibt es eine Tradition an, die sich vor allem die ältere Generation erinnern kann: „Ach, der Palmesel! Wer am Palmsonntag zuletschd uffschded isch der Palmesel“, weiß Willi Rebitzer. Religionslehrerin Schoch kann sogar den Ursprung dieser Tradition erklären: „Wer zuletzt zur Feier in die Kirche kam, wurde früher Palmesel genannt.“
Mit dem Palmsonntag beginnt in der katholischen Kirche die Karwoche. An diesem Tag ritten die Pfarrer in vielen Orten auf einem Esel in die Kirche. Bei dieser Prozedur trat oft ein Problem auf: Esel sind von Natur aus eher stur. Folglich kam die Prozession dadurch öfters zum Stehen. Kurzerhand wurden die Tiere durch Holzfiguren ersetzt.
© Schwäbische Post 18.03.2016 17:03
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