Mode für den schönsten Tag im Leben

Beruf Marie-Theres Fischert ist Modeschneiderin. Nach ihrer Ausbildung hat sie sich selbstständig gemacht und sorgt dafür, dass am Hochzeitstag das Brautkleid passgenau sitzt.
  • Für den Beruf von Marie-Theres Fischert braucht es Fingerfertigkeit und den Willen zur Perfektion: Sie ist gelernte Modeschneiderin.
Zugegeben: Hochzeitsmode zu designen, ist eine Nische im Modemarkt. Doch eine die wächst, sagt Susannah Carey, Expertin für das Thema vom Branchenblatt „Textilwirtschaft“ und selbst Betreiberin eines Brautmoden-Fachgeschäfts. Lange Zeit hätten Hochzeitskleider ein eher verstaubtes Image gehabt. Doch in den vergangenen Jahren habe sich das Bild gewandelt. „Immer mehr Jungdesigner setzen auf den Bereich“, erzählt sie.
Unklar ist, woran das liegt. Die Zahl der Eheschließungen ist seit Jahren relativ konstant. Carey hat trotzdem den Eindruck, dass die Nachfrage nach Hochzeitskleidern gestiegen ist. „Es wird wieder häufiger groß und in Weiß geheiratet.“
Den Trend beobachten auch die Designerinnen Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl. Sie haben 2004 zusammen das Berliner Modehaus Kaviar Gauche gegründet, seit 2009 bringen sie jedes Jahre eine eigene Hochzeitskleid-Kollektion auf den Markt. Ihre Erklärung für die Renaissance der Hochzeiten: In einer Welt, die viele als zunehmend unsicher erleben, gebe es verstärkt wieder das Bedürfnis, zu sagen: „Wir gehören zusammen. „Eine Hochzeit sei die ultimative Möglichkeit, das zu zeigen. Wer von einer traditionellen Hochzeit in Weiß träumt, findet am Schaufenster von Marie-Theres Fischert in Berlin Gefallen. Da ist etwa die Puppe links mit dem Hochzeitskleid, das bis zum Knie reicht, die letzten zehn Zentimeter bis zum Saum sind aus Spitze. Bei der Puppe rechts geht der Rock aus Chiffon bis zum Boden, das Oberteil ist aus einem transparenten Stoff, der teilweise bestickt ist. So unterschiedlich die Stile - eins haben die Kleider gemeinsam: Sie sind in Weiß.

Solide Ausbildung
Marie-Theres Fischert hat sich 2008 gleich nach ihrer Ausbildung zur Modeschneiderin mit einem Maßatelier in Berlin selbstständig gemacht. Am Anfang machte sie vor allem Hosenanzüge, Hochzeitskleider nähte sie nur hin und wieder. „Ich habe gemerkt, dass mir die Brautkleider am meisten Spaß machen“, erzählt sie.
Ob der Markt mit den Hochzeitskleidern schon gut besetzt ist oder noch mehr junge Designer aufnehmen kann, mag Carey von der Zeitschrift „Textilwirtschaft“ nicht sagen. Maßschneiderin Fischert empfiehlt jedem, der in dem Bereich arbeiten will, eine Lehre zur Schneiderin zu machen. Eine Alternative kann ein Modedesign-Studium sein. Außerdem sollte man Fingerfertigkeit beim Nähen mitbringen. dpa
© Schwäbische Post 20.05.2016 15:36
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