FC Nürnberg sorgt für Eklat beim Relegations-Spiel

Dass das Relegationsspiel geplant hitzig wird, wenn zwei Traditionsvereine aufeinandertreffen, stand außer Frage. Doch die Entwicklung vor und nach der Partie war geprägt von Tragik, Kampf, Bangen und einem Eklat. Dabei konnten die Bedingungen zum Spiel kaum besser sein. Ausverkauftes Haus und mit Eintracht Frankfurt und dem 1.FC Nürnberg zwei besondere Klubs, die um den Platz in der 1.Bundesliga kämpfen. Doch 24 Stunden vor dem Spiel dann die Hiobsbotschaft: Bei Marco Russ, dem Kapitän der Eintracht, wurde eine schwere Tumorerkrankung diagnostiziert. Trotz der harten Diagnose, die viele Menschen zurückwirft, wollte Russ unbedingt für seinen Verein in diesem wichtigen Spiel antreten.

Nürnberg sorgt mit Aussage für Unmut

Schon beim Warm-Up spürte man, dass etwas Besonderes in der Luft liegt an diesem Tag. Die Stimmung war ausgelassen und so wurde auch Marco Russ mit großen Beifall und Sprechchören von den Fans begrüßt. Dass gerade Russ es war, der mit einer bis dato einwandfreien und soliden Leistung überzeugte, kurz vor Halbzeit ins eigene Tor traf, sollte wohl Schicksal sein. Nun wurde der Trend, der bei William Hill Sportwetten Eintracht Frankfurt klar als Favoriten vorhergesagt hatte, binnen Sekunden gedreht. Dabei hatte der 1.FC Nürnberg bis dahin gar keinen einzigen Torschuss. Doch für den angeschlagenen Kapitän Russ kam es noch schlimmer. Nach einem Foul an Petrak in der 56. Minute sah Russ die gelbe Karte. Da es saisonübergreifend seine 10.Karte war, ist er für das wichtige Rückspiel in Nürnberg gesperrt. Hoffnungen für die Eintracht keimten aber in der 65.Minute wieder auf, als der flinke Mijat Gacinovic, der eher überraschend in der Startaufstellung stand, das 1-1 erzielte. Fortan bemühte sich die Eintracht, konnte aber den wichtigen Siegtreffer nicht mehr erzielen. So wird für das Rückspiel mindestens schon einmal ein Tor benötigt. Marco Russ hingegen kann seiner Mannschaft, der er über 20 Jahre seine Treue schwur, nur gedanklich beistehen.

Nach dem Spiel sorgte Trainer Weiler mit der Aussage, dass der Umgang mit der Erkrankung nicht ideal war und dass der Fußball nicht für bestimmte Inszenierungen herhalten solle. Weiler versuchte seine kurz nach dem Spiel getroffene Aussage in der anschließenden Pressekonferenz noch ein wenig zu erklären. Allerdings ganz zum Unmut des Frankfurter Trainers Niko Kovac und der Fans, die ihn auch trotz den Eigentores nach Abpfiff noch mit Beifall und Sprechchören verabschiedeten.

© Schwäbische Post 23.05.2016 12:14
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