Nur aus Trotz gesperrt?

Zum Artikel am Samstag, 16.April: "Ein Steg treibt eine Stadt um":

"Zuerst stellen wir mit Freude fest, dass auch Sie meinen, dass dieses Problem schnell und einfach gelöst werden muss. Allerdings können wir Ihnen nicht zustimmen, wenn sie erklären, "dass hanebüchene Argumente" seitens der Bürgerschaft verwendet würden. Hanebüchen ist doch wohl, dass eine Stadt eine sehr wichtige und stark frequentierte Brücke sperrt, ohne umgehend für Ersatz zu sorgen.
Hanebüchen sind vor allem die von der Stadt vorgetragenen "Hinderungsgründe" für die sofortige Errichtung eines Ersatzsteges. So musste erst die Presse aufklären, dass das THW sehr wohl in der Lage und bereit ist, eine Behelfsbrücke zu bauen. So musste der Kostenansatz der Stadt nach unten korrigiert werden und wird noch weiter nach unten korrigiert werden müssen. Ein Skandal ist die Behandlung der Bürger. Hier wird wider besseren Wissens eine für sehr viele Bewohner und Besucher unserer Stadt wichtige Verbindung gekappt. Es drängt sich doch der Verdacht auf, dass dies nur eine Trotzreaktion der Stadt wegen der verweigerten und nicht detailliert bezifferten Renovierungskosten für den Fehrlesteg ist.
Dies zu untersuchen und zu beleuchten ist die Aufgabe der Presse, und nicht, die Meinung von weit über tausend Bürgern als "hanebüchen" zu bezeichnen.
Gerne geben wir Ihnen noch andere Argumente für die sofortige Errichtung einer Behelfsbrücke zur Hand:
1. Alle Fußgänger und Radfahrer zwischen Bahnhof und Stadt werden nunmehr gezwungen, Bereiche mit der zweithöchsten Feinstaubbelastung Baden-Württembergs zu benutzen.
2. Weder die Unterführung Bahn/Stadtgarten, noch die Straßenunterführung unter der Bahn sind behindertengerecht.
3. Der Gehweg entlang der B 29 ist höchst gefährlich - zu sehen an den verbogenen Pfosten der seitlichen Begrenzung, die wegen permanenter Zerstörung gar nicht mehr ersetzt werden.
4. Die Gehwegbreite von 1,55 Metern ist für Frauen mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer eine Zumutung, da insbesondere nunmehr auch Radfahrer vermehrt aus Sicherheitsgründen diesen Gehweg benützen.
5. Bei Regenwetter oder Schnee kann man nicht zum Bahnhof gelangen, ohne "frisch geduscht" zu sein.
6. Die Ampeln sind allesamt nicht fußgängergerecht geschaltet.
Wollen Sie noch mehr Argumente? Dann sind Sie eingeladen, als Fußgänger, Rollstuhlfahrer oder Radfahrer die jetzige Verkehrssituation zu testen. Dann können Sie vielleicht den Zorn verstehen, den die Kunden in den Geschäften abladen - die sich aber vielleicht auch gleich ins Auto setzen und woanders hinfahren . . . "
Dr. E. Reif, M. Reif,
Elfriede Quinten, Schwäbisch Gmünd
© Schwäbische Post 20.04.2005 00:00
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