Lieber Hasen als Wölfe

Zum Thema Wolferwartungsland Deutschland:

„Ein Stück Natur, nämlich Wölfe, kommen zurück. Sie haben keinen guten Ruf und sie kommen in ein Land, das sich seither stark verändert hat. Sie bringen zwar Nervenkitzel, doch brauchen wir das? Straßenverkehr, Fernsehen, Literatur [...] bringen, denke ich, genug davon. Es sind Fleischfresser, Hunde, Katzen und so weiter nehmen zu, und auch wir Menschen entwickeln uns immer mehr in diese Richtung. Wie viele Mastbetriebe müssen, um ihren Hunger zu stillen, gebaut werden? Wie viele Nutztiere, für die der Mensch eine besondere Verantwortung hat und die sich auf der Wiese weitgehend selbst versorgen, müssen dann wenig artgerecht in Ställe gesperrt werden? Dort wird ihnen dann kostenaufwendig und umweltbelastend das Futter gebracht. Den Kühen hat man die Hörner entfernt. So können sie weder sich und vor allem ihre Jungtiere nicht mehr verteidigen. Wie viele Tiere werden dann von Hobbybauern, die emotional besonders an ihren Tieren hängen und die mit Steuergeldern wenig entschädigt werden, in Festungen eingepfercht? Wölfe werden wir nicht sehen, aber hohe, stabile Metallzäune kilometerweit. Vor allem durch wissenschaftliche Untersuchungen in Japan wissen wir, der Wald ist für Menschen, in der Zukunft noch mehr als heute schon, Medizin. Doch ängstliche Naturen werden Wölfe davon abhalten, diese zu nutzen. Norwegen, ein dünn besiedeltes Land, verzichtet auf Wölfe. Manchmal, denke ich, gehen Naturschützer nach dem Motto vor: viel Feind, viel Ehr. Warum müssen es Fleisch- und Fischfresser sein wie Wolf und Kormoran, die den Schutz des Menschen brauchen? Durch unsere moderne Umwelt wurden viele Tierarten annähernd ausgerottet. Wie werden wir für unsere Steuergelder entschädigt? Mit Bildern, wo Wölfe ein Schaf zerreißen. Mir wäre ein Hasen-, Rebhuhn- oder Schwarzsprecht-Erwartungsland lieber.“ Richard Rieg, Bargau

© Schwäbische Post 27.09.2016 20:31
1030 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.