Lesermeinung

Geld ist die Messlatte

Zu „Nachbarn sind kein Vorbild“, Leserbrief von Josef Hüttel vom 14. Oktober:

Kritik befruchtet in der Regel die Diskussion bzw. Kommunikation. Sie ist in Ordnung und steht jedem zu. Nur bitte korrekt. Mir in meinen Leserbrief „Rente, ein Auslaufmodell?“ vom 8. Oktober zu unterstellen, dass ich zu diesem Thema immer wieder in dieselbe Kerbe haue, ist haltlos. Wie sollte das gehen, da ich zum Thema „Rente“ noch nie einen Kommentar oder Leserbrief geschrieben habe? Dass ich das österreichisch/schweizerische Rentenmodell möchte, stimmt ebenfalls nicht. Zutreffend ist vielmehr, dass ich es bedauerlich finde, dass hierüber angesichts unseres „abstürzenden“ Rentensystems bei uns noch nicht mal darüber nachgedacht wird. In welcher Ausgestaltung das auch immer sein könnte.

Dass die Erhöhung des Renteneintrittsalters durchaus ein probates Mittel sei, ist nicht meine Meinung. Es ist für mein Verständnis mit 67 Jahren ausgereizt. Natürlich kann man es erhöhen, aber was macht es für einen Sinn, wenn es für einen Großteil der Menschen nicht leistbar ist? Um das Kind beim Namen zu nennen, das wäre (bzw. ist bereits heute) - über die Abschläge - eine klassische Rentenkürzung. Und gleichzeitig den Leuten vermitteln zu wollen, eine Wahlmöglichkeit zu haben, ist zumindest zwiespältig.

Wenn dann noch politische Kreise bereits mit der Rente erst ab 69 Jahren liebäugeln und die Bundesbank (die, wieso auch immer) die Zahl „70“ ins Spiel bringt, dann wird’s noch klarer: Geld ist die Messlatte, nicht der Mensch.

© Schwäbische Post 16.10.2016 21:45
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