Lesermeinungen

Zu „Mütterrente weiter ausbauen“:

„Mütter, die vor 1992 Kinder geboren haben, werden rentenrechtlich massiv benachteiligt. Sie haben durch die Geburt (Reproduktionsarbeit) und Erziehungsarbeit ihrer Kinder den Löwenanteil in ihrer Generation geleistet, dass das heutige Sozialversicherungssystem am Laufen gehalten wird. Ihre Jahrgangsteilnehmer werden von ihren Kindern gut versorgt, sie selbst müssen von Almosen leben.
Das Bundesverfassungsgericht hat diesen Zustand im Jahr 1992 im 'Trümmerfrauenurteil' und im Jahr 2001 im 'Beitragskinderurteil' als verfassungswidrig gebrandmarkt und den Gesetzgeber aufgefordert, ihn schrittweise zu korrigieren. Im 'Beitragskinderurteil' (Bundesverfassungsgericht, 1BvR 1684/94) hat es am Beispiel der Pflegeversicherung die 'Beitragsäquivalenz' der Kindererziehung mit Geldbeträgen festgestellt und zwar stellvertretend für alle Sozialversicherungszweige (Pflegeversicherung, Krankenversicherung, Rentenversicherung), in denen die Jungen die Alten unterhalten müssen.
Doch der Gesetzgeber stellt sich bis zum heutigen Tag dazu taub. Eine Schande ist das! Und verstößt zudem gegen das Gleichheitsgebot! Mütter, wehrt euch! Um dieses Land zukunftsfähig zu machen, ist es längst überfällig, das veraltete Rentenrecht in ein neues umzuformen, bei dem die Fürsorgearbeit (Carearbeit) der Mütter in den Familien gleich bewertet wird wie die Erwerbsarbeit. Nur so können Mütter in Würde alt werden!“

© Schwäbische Post 01.11.2016 19:16
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