Lesermeinung

Zum Artikel „Nichts für Lehrer: sieben geniale Spickzettel für den Unterricht“, SchwäPo, 1. Dezember:

Das ist überhaupt nicht genial! Wegen sieben konkreter Anleitungen zum Betrug an sich selbst, den Lehrern und den Mitschülern, ohne zumindest kritische Reflexionen anzuschließen, möchte ich nicht der jungen Autorin (15 Jahre) Vorhaltungen machen, sondern dem verantwortlichen Redakteur.

Es wird die Strategie „Wenn’s niemand weiß, dann ist alles erlaubt“ auf fast einer ganzen Zeitungsseite als besonders einfallsreich und nachahmenswert präsentiert. Authentizität, Wahrheitsliebe, Gerechtigkeit sind Werte, die gerade in der Schule ganz praktisch trainiert und erfahren werden sollten.

Auch Redakteure haben eine Verantwortung. Mit so einem Artikel klappt das aber nicht. Als Erwachsener kann man das „Gelernte“ dann etwa so anwenden: Wenn ich die Dinge richtig verschleiere, dann muss ich auch keine Steuern zahlen (Hoeneß-Effekt).

Das aber ist genial! Auf Seite 11 der SchwäPo findet man einen echt geilen Artikel: „Lernen kann eine geile Sache sein“ (leider nur auf einer halben Seite). Hier kann man lesen, wie es ehrlich geht. Bleibt nur zu hoffen, dass kein Schüler die SchwäPo weiter als bis zur Seite 11 liest.

© Schwäbische Post 03.12.2016 18:23
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