Lesermeinung

Zum Artikel „Sie bietet keine Herberge mehr“, erschienen in der GT am 24. Dezember:

„Mietnomaden – staatlich gefördert? Dies ist keine unverschämte Behauptung, sondern traurige Wirklichkeit, wenn man den Pressebericht vom 24. Dezember liest: Eine großherzige Frau vermietet in Bopfingen an Sozialhilfeempfänger und erlebt Unglaubliches. Die Mieter setzen sich ab, hinterlassen einen Saustall und der Staat gibt der Vermieterin keine Möglichkeit, dieses Verhalten zu unterbinden.
Gott sei Dank kommt dies nicht so häufig vor, sagt der Rechtsanwalt und Vorsitzende des Hausbesitzervereins in Aalen. Dies sah sein Kollege in Gmünd anders und die Besitzer der vielen leerstehenden Wohnungen auch. (...)
Ich selbst habe diese Ohnmacht (...) erlebt: Ein Oberstaatsanwalt belehrte mich, dass ein Empfänger von Wohngeld dies nicht an den Vermieter weitergeben muss (...). Das Jobcenter informierte mich, dass ich durchaus Anspruch auf Bezahlung der Heizkosten habe, aber die Mieterin den Antrag unterschreiben muss. Ich musste als Vermieter für die Mieter die Schäden bezahlen, die sie am Gemeinschaftseigentum angerichtet haben.
Ob ich in Zukunft noch an Sozialhilfeempfänger vermiete? Selbstverständlich, doch das Amt oder der Staat müssen mir eine Bürgschaft unterschreiben.
Sobald dies Normalfall ist, werden meines Erachtens unzählige, bezahlbare Wohnungen verfügbar sein und der Staat kann erhebliche Investitionen im Wohnungsbau sparen.
Es kann nicht sein, dass man einem Arbeitslosen seinen Lebensunterhalt kürzt, wenn er eine Arbeit ablehnt, aber gegen einen Mietnomaden keine Handhabe hat und die betroffenen Vermieter mit dem Schaden allein gelassen werden.“

© Schwäbische Post 29.12.2016 19:22
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