Kutschen im Straßenverkehr

Einführung eines Kutschenführerscheins ist beschlossen. Jeder Kutschfahrer soll zukünftig seine Qualifikation nachweisen.
  • Ab 1. Juni 2017 dürfen Gespanne auf der Straße nur noch mit Kutschenführerschein gefahren werden. Foto: rat

Ostalbkreis. Der Beirat Sport der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e. V. (FN) hat im Dezember 2016 die Einführung eines Kutschenführerscheins zum 1. Juni 2017 beschlossen. Jeder, der sich mit einer Kutsche im Straßenverkehr bewegt, soll zukünftig über einen Kutschenführerschein A Privatperson seine Qualifikation nachweisen. Für gewerbliche Fahrer gibt es einen Kutschenführerschein B Gewerbe.

Kutschfahrer sind mit ihren Pferdegespannen häufig auch im Straßenverkehr unterwegs. Mit Blick auf ihre Sicherheit und zur Unfallprophylaxe fordert die FN nun einen bundesweit einheitlichen Kutschenführerschein. Dieser soll die verantwortlichen Personen auf dem Kutschbock dazu befähigen, ein Pferdegespann auf öffentlichen Wegen und Straßen zu führen. Hierzu wird das entsprechende Wissen rund um das sichere Fahren in Straßenverkehr und Gelände sowie um den pferdegerechten Umgang vermittelt.

Der Kutschenführerschein richtet sich an jeden, der sich – wenn auch nur gelegentlich – mit einem Pferdegespann auf öffentlichen Straßen und Wegen bewegt und damit zum Verkehrsteilnehmer wird. Unterschieden wird der Kutschenführerschein in den Kutschenführerschein A für Privatpersonen und den Kutschenführerschein B für gewerbliche Fahrer. Alternativ zum Kutschenführerschein besteht für Privatpersonen auch weiterhin die Möglichkeit, das Fahrabzeichen 5 abzulegen und darüber den Kutschenführerschein A gleich mit zu erwerben. Hierzu werden die Lehrinhalte zum Fahrabzeichen 5 zukünftig um ein Sicherheitsmodul ergänzt.

Der Führerschein wurde im Dezember 2016 durch den Beirat Sport der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e. V. (FN) beschlossen und wird im Juni 2017 eingeführt. Er soll sicherstellen, dass die verantwortlichen Personen auf dem Kutschbock dazu fähig sind, ein Pferdegespann auf öffentlichen Wegen und Straßen zu führen. Der Kutschenführerschein wird in Form einer Scheckkarte bescheinigt. Er hilft, beispielsweise im Falle eines Unfalls und/oder Versicherungsfalls, die eigene Sachkunde nachzuweisen.

Um sicherzustellen, dass Fahrer mit turniersportlichen Ambitionen keine zusätzlichen oder doppelten Prüfungen absolvieren müssen, gewährleistet der Kutschenführerschein eine größtmögliche Durchlässigkeit des FN-Prüfungssystems. Auf dem Weg zum Kutschenführerschein A gibt es entsprechend zwei gleichberechtigt nebeneinander stehende Möglichkeiten, um die Qualifikation zu erlangen.

© Schwäbische Post 04.01.2017 15:30
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