Was vor der Wohnmobilmiete zu bedenken ist

  • Foto: © flickr, Helena, CC BY-SA 2.0, Camper van/Split Bus
  • Foto: © Statista.com, Jeder Siebte verreist nach Spanien

Der Frühling läutet die Saison für Camping- und Wohnmobilfreunde ein. Wer zum ersten Mal ein Reisemobil mietet, sollte vorher darüber nachdenken, welche Anforderungen er an das Fahrzeug und die Urlaubsreise hat. Auch der eigene Führerschein und das Reiseziel sind entscheidende Kriterien, nach denen man das Reisefahrzeug auswählt.

Die wichtigsten Wohnmobil-Arten

Die meisten Wohnmobilvermietungen haben verschiedene Modelle im Angebot. In der Regel hat man die Wahl zwischen Kastenwagen, Alkove, teilintegriertem und vollintegriertem Wohnmobil. Die Unterschiede bestehen vor allem im Komfort und den entstehenden Alltagskosten.

    • Campingbus: Er ist der kleinste Reisewagen und bietet alle Basics für den Campingurlaub. Durch die kompakten Maße kommt man mit diesem Gefährt auch problemlos durch den Stadtverkehr.
    • Kastenwagen: Ebenfalls eine gute Basis-Variante, die beim Fahren, Rangieren und Einparken einfach zu handhaben ist. Der Benzinverbrauch ist meistens niedriger als bei den größeren und schwereren Wohnmobilvarianten. Durch den praktikablen Schnitt bietet der Kastenwagen viel Platz im Inneren.
    • Alkove: Wer vier oder gar mehr Schlafplätze benötigt, sollte einen Alkoven wählen. Durch den Aufbau über dem Fahrerhaus erhält man dort einen zusätzlichen Schlafraum. Die räumliche Trennung zwischen Schlaf- und Wohnbereich ist vor allem für Familien mit Kindern gut geeignet.
    • Teilintegriert: Diese Mobile bieten noch mehr Raum, da sich Teile des Fahrerhauses in den Wohnbereich integrieren lassen. Meistens lassen sich Fahrer- und Beifahrersitz drehen, sodass zusätzliche Sitzplätze genutzt werden können.
    • Vollintegriert: Vollintegrierte Wohnmobile sind die Luxusmodelle im Camping. Sie haben oft die Größe eines Busses und nutzen die Fläche im Innenraum komplett als Wohnbereich. Auch das Fahrerhaus ist integriert und die meist großflächige Fensterfront ermöglicht einen herrlichen Panoramablick nach draußen.

Eine detaillierte Auflistung aller Aufbautypen und ihrer Vor- und Nachteile gibt es auf diesen Seiten. Bevor man sich ein Fahrzeug mietet, sollte man sich den Grundriss ansehen. Wer Erfahrung mit Reisemobilen hat, kann günstige Online-Angebote buchen. Camping-Einsteiger sollten sich die Fahrzeuge vor Ort anschauen und überprüfen, ob das Reisemobil den Bedürfnissen entspricht.

Der Führerschein

Nicht jeder darf jedes Wohnmobil fahren. Inhaber eines Führerscheins der Klasse B dürfen nur Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen fahren. Wer einen älteren Führerschein der Klasse 3 hat, kann bis zu 7,5 Tonnen schwere Reisemobile bewegen. Auch Inhaber des LKW-Führerscheins C1 dürfen Wohnmobile bis 7,5 Tonnen fahren und zusätzlich einen Anhänger bis zu 750 kg anhängen. Mit dem normalen Führerschein Klasse B kann man fast alle Wohnmobile fahren. Bei den Alkoven, teilintegrierten und vollintegrierten Reisemobilen kommt es jedoch auf das Modell und das Gesamtgewicht an.

Achtung: Nicht in jedem Land ist der deutsche Führerschein gültig. Für Reisen in Ländern wie Kanada, USA oder Australien sollte man sich rechtzeitig einen internationalen Führerschein anfertigen lassen.

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Reiseziele

Zu den Top-Reisezielen für Wohnmobil-Urlauber zählen Osterreich, die Schweiz, Italien, Frankreich, Schweden und Irland. Auch Spanien, das beliebteste Reiseland der Deutschen, eignet sich sehr gut für Wohnmobilisten und kann mit der "Ruta de los Pueblos Blancos" eine der schönsten europäischen Reiserouten vorweisen. Wie die Statistik zeigt, hat auch Kroatien an Beliebtheit gewonnen. Das Land lockt mit modernen Campinganlagen und einer facettenreichen Naturlandschaft.

Wen es weiter in die Ferne zieht, findet in Kanada, den USA, Australien und Neuseeland perfekte Bedingungen für Wohnmobilreisen. Jedes Land hat seine besonderen Highlights, aber auch ganz eigene Beschränkungen. Während wildes Campen in Österreich beispielsweise für einen Tag erlaubt ist, ist es in Australien verboten und wird mit einem hohen Bußgeld bestraft. Dafür gibt es zahlreiche kostenlose Stellplätze, wohingegen in manch anderen Ländern die Campingmöglichkeiten recht rar sind. Bei der Wahl des Reiseziels sollte man die dortigen Konditionen unbedingt mit den eigenen Erwartungen vergleichen.

Wer sich ein Wohnmobil in Deutschland mieten möchte, sollte darauf achten, dass dieses im gewünschten Reiseland und in allen Ländern, die man bis dorthin durchquert, gefahren werden darf. Die meisten Vermietungen haben in diesem Rahmen Beschränkungen eingeführt. Eine sichere Variante ist es, das Fahrzeug direkt im Reiseland abzuholen. Viele deutsche Anbieter sind heute auch im Ausland vertreten. Wer beispielsweise ein Wohnmobil in der Schweiz mieten möchte, kann dies über die Onlineplattform Campanda tun.


Bildrechte: Flickr Camper van/Split Bus Helena CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

© Schwäbische Post 30.03.2017 11:32
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