Mehr als 800 Radsportler sind am Start

Radsport: Der erste Tag beim 17. Bike the Rock in Heubach
  • Mehr als 300 Biker waren beim Marathon am Start.
Die ersten Rennen beim 17. BiketheRock in Heubach sind absolviert: Viele Zuschauer säumten am Samstag die Strecken beim Fujibikes-Marathon, bei den Kinder-Rennen sowie beim Hobby-Downhill und sorgten für eine gleichermaßen sportive wie familiäre Atmosphäre. Die Melde-Marke beim Marathon wurde nach oben geschraubt, für beide Tage ist die 800-Teilnehmer-Marke übertroffen.

Dreimal „auf d’Gosch gefloga“ und trotzdem gewonnen. Stephan Schiele legte sich auf dem teilweise noch schmierigen Kurs des Marathons gleich dreimal ab, gewann aber dennoch die 63-Kilometer-Distanz des Fujibikes-Marathon. Der Nattheimer lag auf der ersten 21-Kilometer-Runde in der Spitzengruppe, aus der sich dann Uli Schmittlutz (siehe unten) absetzen konnte. Die zweite Runde absolvierte Schiele gemeinsam mit Alexander Speisekorn aus Köngen, der Schiele am Ende hinter sich ließ, es aber mit zwei Runden und dem Sieg über die 42 Kilometer gut sein ließ. „Ich dachte, nö das reicht“, meinte Speisekorn, „so arg viel Zeit habe ich nicht mehr zum Trainieren.“ So spulte Schiele die letzte Runde alleine ab und gewann schließlich mit 1:01 Minuten vor Markus Ziegler aus Hausach und 5:39 Minuten vor Maximilian von Lippe. „Die Anstiege sind schon zäh, vor allem der 16 Prozent steile Schotterweg“, stöhnte Schiele. „Aber die Trails sind fahrtechnisch super, wenn sie trocken sind noch mehr.“ Für ihn und seine Team aus Nattheim ist Heubach praktisch ein Heimrennen. Der 41-Jährige hat nur eine halbe Stunde Fahrzeit und kennt das BiketheRock schon seit seinen Anfängen. „2006 bin ich sogar das Bundesliga-Rennen gefahren“, erklärte Schiele mit einem Schmunzeln, „und nach drei Runden haben mich Paulissen und Kessiakoff überrundet. Bundesliga ist schon noch mal was anderes.“

Aber genau deshalb gibt es ja auch den Fujibikes-Marathon.

Bei den Damen gewann mit Nina Krauss auch eine Lokalmatadorin. „Die Strecke war super zu fahren, das hätte ich gar nicht gedacht. Vor allem in Runde zwei und drei war es in den Trails genial“, erklärte Krauss. Auch sie ist eine „altgediente“ BiketheRock-Pilotin. Bereits in den Anfängen 2001 war sie als Hobby-Fahrerin am Start.

Uli Schmittlutz aus dem fränkischen Baunach war der erste Marathon-Fahrer, der aus der 21 Kilometer langen Runde zurückkam. Schmittlutz begnügte sich mit einer Runde, weil er den Fujibikes-Marathon als so genannte „Vorbelastung“ auf das Bundesliga-Rennen am Tag danach benutzte. „Eigentlich fährt man da nur 90 oder 95 Prozent, aber wenn man gewinnen kann, dann nimmt man da natürlich nicht mehr so viel Rücksicht“, lachte Schmittlutz. Er setzte sich im letzten Trail aus der Spitzengruppe ab. „Der letzte Singletrail ist erste Sahne“, so Schmittlutz, der als 30-Jähriger erstmals eine Lizenz gelöst hat.

Leonie Daubermann war die schnellste Frau. Normalerweise hätte man sie am Sonntag im Bundesliga-Rennen der Juniorinnen gesehen, doch die Gessertshausenerin hat gute Gründe das dieses Jahr auszulassen. „Ich habe ab Mittwoch Abitur-Prüfungen und werde mich morgen hinsetzen zum Lernen“, erklärte die Deutsche Juniorenmeisterin warum sie den Bundesliga-Auftakt auslässt und stattdessen vor ihrer drei Jahre jüngeren Schwester Luisa die 21-Kilometer-Distanz des Marathons gewonnen hat. Die wiederum scherzte mit Blick auf Leonie: „Sie ist einfach weggefahren, so eine Frechheit.“

Mit mehr als 300 Meldungen verbuchte der Fujibikes-Marathon gegenüber der Premiere 2016 eine deutliche Steigerung. Gemessen an den vielen positiven Feedbacks könnte sich die Zahl in den kommenden Jahren weiter steigern. Insgesamt übertraf das BiketheRock bei den Zahl der Registrierten für beide Tage die 800er-Marke. Und bei alle Wettkämpfen säumten viele Zuschauer die Strecken, auch bei den Rennen der Kinder am späten Nachmittag ihre Runden drehten.

Downhill

Dazu gehörten auch die knapp 100 Downhiller, die am Samstagabend ihre Schnellsten ermittelten. Die Strecke war schön angetrocknet und daher weitaus griffiger als noch bei der Qualifikation am Nachmittag. Daniel Renz legte mit 2:45,4 Minuten die klar schnellste Zeit auf die Piste. „Besser geht immer, aber das war fast perfekt, wie ich es noch selten geschafft habe“, zeigte sich Renz von sich selbst überrascht. „So wie ich es mir gewünscht habe.“ Der 20-Jährige aus Kirchberg/Murr hat im vergangenen Jahr ein paar kleinere Wettkämpfe gefahren und hatte im Vorjahr nach drittbester Qualifikationszeit im Finale Pech mit einem Defekt. Renz distanzierte Dennis Braun (Stuttgart) um 3,3 Sekunden, Oliver Gustke aus Zell am Aichelberg landete mit genau vier Sekunden Differenz auf dem dritten Rang. Der neu angelegte Mittelteil fand positives Feedback. „Das macht mehr Spaß, man hat dadurch allerdings auch ein Stück zu treten“, so Daniel Renz.

Bei den Frauen siegte im Finale die Qualifikations-Siegerin Conny Bucher aus Stuttgart, 10,7 Sekunden vor Lisa Gross (Schweinfurt) und 36,1 Sekunden vor Miriam Maurer (Aalen-Wasseralfingen). Das einfache Rezept der Siegerin: „Ich habe halt Gas gegeben.“

Am Sonntag geht es weiter mit den Bundesligarennen. Die Frauen starten um 13.15 Uhr, das Männerrennen beginnt um 15.15 Uhr.

© Schwäbische Post 30.04.2017 06:07
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