Lesermeinung

Zu Biogasanlagen:

Die meisten Biogasanlagen verbrauchen mehr Energie als diese selbst erzeugen. Außerdem belasten Biogasanlagen die Umwelt und sind mit verantwortlich für den Anstieg der Schwarzwildpopulation. Doch einen großen Vorteil haben Biogasanlagen gegenüber Wind und Sonne, Biogas kann gespeichert werden. Leider wird Biogas bis jetzt nur in einem sehr begrenzten Umfang gespeichert und das muss geändert werden.
Die dafür benötigten Speicher sollten eine ausreichende Kapazität haben, um die Gaserzeugung von einigen Tagen speichern zu können. Die installierte Leistung der Biogasanlagen sollte auf mindestens 15 GW erhöht werden. Nur wenn wir zu wenig Strom haben, werden die Generatoren der Biogasanlagen angeschaltet.
Auf diese Weise hätten wir einen erheblichen Speicher für elektrische Energie. Reicht das gespeicherte Gas für den Betrieb der Generatoren für 24 Stunden, entspricht das bei einer Leistung von 15 GW einer Energiemenge von 360 GWh.
In der Presse war zu lesen, dass 30 Meter große Betonkugeln vor Norwegen in 600 bis 800 Meter Tiefe im Meer versenkt werden sollen. Eine Betonkugel hat eine Speicherkapazität von 20 MWh. Es werden also 18 000 dieser Betonkugeln benötigt, um 360 GWh (Giga Watt Stunden) zu speichern. Auch ist mit einem Energieverlust von etwa 150 GWh durch die Betonkugeln zu rechnen.
Hinzu kommt, dass bei der Speicherung von Gas fast keine Verluste auftreten. Im Moment wird fast die Hälfte des teuer erzeugten Biogases nutzlos verbrannt. Wir verkaufen Strom ins Ausland für 2 Cent. Manchmal bekommen wir gar kein Geld für den Strom.
In nicht ganz seltenen Fällen müssen wir noch bezahlen, damit uns der überschüssige Strom abgenommen wird. Würden die Biogasanlagen nur elektrischen Strom erzeugen, wenn wir Strommangel haben, müssten wir auch weniger für Strom bezahlen, der gar nicht erzeugt wurde.

© Schwäbische Post 14.09.2017 20:10
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Kommentare

derleguan

...das können wir viel einfacher haben. Schalten wir doch einfach noch ein paar dreckige Kohlekraftwerke oder Atomkraftwerke ab, so dass der Strom aus sauberen regenerativen Energien, zu denen auch die Biogasanlagen zählen dauerhaft ins Netz eingespeist werden kann.