Blühen, bis der Frost kommt

Kosmeen Wenn anderen Gewächsen so langsam der Saft ausgeht, schlägt die Stunde der Schmuckkörbchen. Ihre Pracht erfreut bis weit in den Herbst hinein.
  • Foto: Agnes Pahler

Im traditionellen Bauerngarten durften Kosmeen, auch Schmuckkörbchen genannt, nicht fehlen. Ihre flachen Korbblüten schmückten die Blumen- und Gemüsebeete. Oft entwickelten sie sich an den kargen, wenig gegossenen Stellen besonders gut. Weil die genügsamen Pflanzen ab der Sommermitte bis weit in den Spätherbst hinein blühen, findet man sie heutzutage auch in den Blumenwiesenmischungen. Die großen Blumen bieten Pollennahrung für Insekten, daher werden sie häufig von Bienen und Schmetterlingen umschwirrt.

Kosmeen eignen sich hervorragend als Lückenfüller in Beeten, gleich ob Stauden darin wachsen oder ob man jedes Jahr aufs Neue Sommerblumen darin setzt. Die am häufigsten gezogene Art ist das Fiederblättrige Schmuckkörbchen mit stark zerschlitzten Blättern. Es blüht in Weiß, Rosa oder Dunkelpink, wobei es auch Sorten mit zweifarbigen Blütenblättern gibt, deren weiße Grundfläche einen purpurroten Saum hat.

Beim gewohnten Fiederblättrigen Schmuckkörbchen strecken sich im Juli die Stängel bis auf einen Meter Höhe und nach und nach öffnen sich die handtellergroßen Blumen. Kleiner bleibt dagegen das zierlichere Gelbe Schmuckkörbchen, dessen hell-, dotter- oder orangegelbe Blumen höchstens sechs Zentimeter im Durchmesser erreichen. Sie alle blühen unermüdlich bis zum Ende der Vegetationszeit. In den beliebten Blumenwiesenmischungen sind Kosmeen im Oktober die letzten Blumen, die noch Farbe in die absterbende Vegetation bringen – so lange, bis der erste Frost der Pracht ein Ende bereitet.

Sonniges Plätzchen erwünscht

Kosmeen samen sich zuverlässig selbst aus. Die Samen fallen im Herbst zu Boden und überdauern den Winter. Sobald es im Frühjahr wärmer wird, keimen sie aus und sorgen für viele Nachkommen, die man auslichten muss. Oder es besteht die Notwendigkeit, die aufgegangenen Sämlinge an eine geeignetere Stelle umzusetzen. Die Pflänzchen entwickeln sich zögerlich.

Etwas nachhelfen kann man in der Entwicklung, wenn man Kosmeen ab April im Haus vorkultiviert. Die Aussaat muss allerdings in humusarme Erde erfolgen. Am besten, man bereitet selbst eine Mischung aus Blumentopferde und Sand in gleichen Teilen. Die Samen keimen nach rund zehn Tagen. Sobald man die Keimblätter gut anfassen kann, muss man die Sämlinge in sandige Erde umsetzen (pikieren), damit sie Platz zur Entwicklung haben. Durch die Anzucht auf der Fensterbank hat man gegen Frühjahrsende bereits herangewachsene Jungpflanzen, die man im Mai in den erwärmten Gartenboden auspflanzen kann. Die ersten Blumen erscheinen bei vorkultivierten Pflanzen bereits Mitte Juli.

Gut zu kombinieren

Zum Blühen brauchen Kosmeen einen sonnigen Platz. Sobald zeitweilig Schatten fällt, geht der Blütenansatz zurück. Die Pflanzen entwickeln sich schöner in lockerem, frischem Boden, kommen mit zeitweiliger sommerlicher Trockenheit gut zurecht. Allzu nährstoffreich sollte die Erde nicht sein. Bei einem Überangebot an Nährstoffen, vor allem von Stickstoff, entwickelt sich viel Blattmasse, während die Blütenbildung zurückgeht. Bei kargen Verhältnissen dagegen bilden sich mehr Blumen.

Kosmeen erweisen sich im Garten als hervorragende Kombinationspartner. Sie passen ausgezeichnet zu den Phloxblüten des Sommers und zu den Astern des Herbstes. Weiße Kosmeen fügen sich schön ein neben gelben Blumen wie von Studentenblumen, Rudbeckien oder Ringelblumen. Gerade die weißen Formen muten schwebend auf ihren langen Stängeln elegant an, und die weiße Farbe dämpft in einer bunten Blumenrabatte die schrillen Gegensätze sehr unterschiedlicher Blütenfarben.

Schmuckkörbchen kann man ebenso gut im Pflanzgefäß ziehen. Man wählt dafür Sorten, die kompakter wachsen und weniger hoch werden. Normale Kübelpflanzenerde ist für diese Gewächse zu üppig, man muss darunter zu mindestens einem Fünftel Volumenanteil Sand mischen. Die Pflanzen in einem Pflanzgefäß brauchen allerdings viel Wasser, hier trifft die vielgerühmte Trockenheitsverträglichkeit nicht zu. Aber dennoch darf im Gefäß niemals Wasser stehen, denn die Wurzeln der Kosmeen reagieren auf Nässe bald mit Fäulnis. Daher muss man am Topfboden unbedingt eine dicke Schicht aus grobem, wasserdurchlässigem Material aufbringen. Dafür eignen sich Kies, Blähton oder klein geklopfte Tonscherben.

Dauerblüher auch in der Vase

Kosmeen eignen sich nicht nur hervorragend als Lückenfüller in Beeten. Man kann sie auch gut für bunte Sträuße schneiden. Die Blumen halten in der Vase besonders lang. Wichtig zu beachten: Man muss sie schneiden, wenn die inneren gelben Röhrenblüten noch geschlossen sind.

© Schwäbische Post 22.09.2017 12:44
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