Funktional und viel Platz zum Spielen

Nach 14-monatiger Bauzeit wurde die Kindertagesstätte St. Josef wieder eröffnet. Das Gebäude ist technisch umfassend saniert und den heutigen pädagogischen Anforderungen angepasst worden. Am Sonntag, 1. Oktober, wird zum Tag der offenen Tür eingeladen.
  • Das Gebäude im Sohlweg 5 ist nun ebenerdig erschlossen und kann für alle Nutzungen barrierefrei erreicht werden. Foto: AGW
  • Der Bauherren sind zufrieden (v. li.): Christoph Baur (AGW), Pfarrer Adrian Warzecha und Stephan Wittmann (AGW). Foto: AWG
  • Große Fensterflächen zeichnen die umgebaute Kindertagesstätte aus, die nun auch energetische Maßstäbe setzt. Foto: AGW

Neresheim. Nach 14-monatiger Bauzeit ist die vollständig sanierte und erweiterte katholische Kindertagesstätte St. Josef in Neresheim jüngst wieder in Betrieb gegangen. Der vor 40 Jahren erbaute Kindergarten musste technisch umfassend saniert und heutigen pädagogischen Anforderungen angepasst werden. In diesem Zusammenhang wurde die seither dreigruppige Einrichtung um einen Neubau für zwei weitere Gruppen für Kinder unter drei Jahren erweitert. Pfarrer Adrian Warzecha: „Es ist sehr erfreulich, dass die gesamte Baumaßnahme sowohl zeitlich fristgerecht umgesetzt werden konnte und voraussichtlich knapp unter den veranschlagten Kosten bleiben wird.“

Auf einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern beinhaltet das Gebäude im Erdgeschoss die Kindertagesstätte mit Platz für fünf Gruppen sowie großzügige Bildungs- und Funktionsräume. Im Untergeschoss hangseits finden sich Räume für das Kolpingwerk, Spielgeräte und Technik. Ebenso wurde der Personalbereich für die nun rund 20 Mitarbeiterinnen erweitert und ein Besprechungsraum für Elterngespräche eingerichtet. Für Feierlichkeiten kann das Foyer genutzt werden.

Außenanlage überarbeitet

In diesem Zusammenhang wurden auch die Außenanlagen angepasst und überarbeitet und laden die Kinder zum Toben und Spielen ein. Das gesamte Gebäude ist nun ebenerdig erschlossen und für alle Nutzungen barrierefrei erreichbar.

Es ist sehr erfreulich, dass die gesamte Baumaßnahme zeitlich fristgerecht umgesetzt werden konnte.

Adrian Warzecha, Pfarrer

Die Architektengruppe Wittmann (AGW) aus Heidenheim plante den Um- und Erweiterungsbau im Sohlweg 5 in Neresheim, für den sowohl ein altes Gemeindehaus abgebrochen als auch die bestehende Kita entkernt, umgebaut und erweitert wurde. Das Gebäude orientiert und öffnet sich nach Süden und wird allseitig mit den neuen Außenanlagen eingefasst.

Die Kleinkindgruppen befinden sich im südlichen Teil des Erdgeschosses mit Anbindung an den Garten und die großzügige Terrasse. Die beiden Gruppen sind spiegelbildlich aufgebaut, mit direktem Anschluss an die Nebenräume. Fortsetzung auf Seite 15

Fortsetzung von Seite 14

Sie sind mit Schlaf- und Sanitärbereichen ausgestattet. An das große Foyer schließen die Verteilerküche, Spiel- und Essbereiche sowie Rückzugsmöglichkeiten an. Vor den Zugängen der Gruppenräume befindet sich der Spielflur mit Garderoben, der vom östlichen Haupteingang kommend die zentrale Erschließung des Erdgeschosses bietet.

Die Regelgruppen orientieren sich ebenfalls im Erdgeschoss in westlicher und östlicher Richtung und umschließen einen zentralen Nebenraumbereich. In diesem befindet sich der Material- und Sanitärraum. Den Gruppenräumen sind unterschiedlichste Funktionsräume zugeordnet, in denen gespielt, gebastelt, geschlafen oder am Computer gearbeitet werden kann.

Freundliche Atmosphäre

Eine fließende Raumfolge, helle, warme Oberflächen sowie Möbel und Einbauten aus Holz spenden eine freundliche Atmosphäre. Die Kita wurde als außen gedämmte Massivkonstruktion ausgeführt. Große Fensterflächen orientieren sich in alle Himmelsrichtungen. Vor Überhitzung im Sommer schützen die außen liegenden Sonnenschutzlamellen. Schlafräume können mit Rollläden komplett verdunkelt werden.

Dass das Gebäude aus einem bestehenden und einem neuen Teil entstanden ist, zeichneten die Architekten auch in den Fassaden ab. Der Neubau ist als Putzbau ausgeführt, der die Topografie aufnimmt und in einem anthraziten Sockelbau sowie weißem Oberbau realisiert wurde. Die ungefähren Außenmaße der alten Kita wurden in einer silbernen Holzfassade abgesetzt. Besonderer Hingucker ist hierbei die unter den Holzbrettern liegende Fassadenfolie, die je nach Einblickwinkel in einem frischen Grün der Fassade Farbe gibt. Das Gebäude setzt nach dem Umbau und der Erweiterung auch energetische Maßstäbe, die gesetzlichen Anforderungen des Energiebedarfs eines Neubaus werden um circa 55 Prozent unterschritten.

Lob für die Zusammenarbeit

Die Mehrzahl der am Bau tätigen Firmen, 30 an der Zahl, kam aus dem Landkreis Heidenheim oder dem Ostalbkreis. Durch deren hervorragende Leistung und die Steuerung der Architektengruppe Wittmann sowie die sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt Neresheim, der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der katholischen Gesamtkirchengemeinde Neresheim wurde nicht nur der Terminplan eingehalten, sondern auch die berechneten Baukosten unterschritten.

Baukosten im Rahmen

Die Kosten für das gesamte Bauvorhaben sind vom ausführenden Architekturbüro Wittmann auf 2.891.725 Euro berechnet worden. Davon entfallen rund 2,61 Millionen Euro auf den Bereich der Kindertagesstätte und etwa 280.000 Euro auf den Bereich der Gemeinderäume. Die Bereiche der Kindertagesstätte werden mit rund 1.92 Millionen Euro von der Stadt Neresheim finanziert. Der Anteil der Kirche am Gesamtbauvorhaben beläuft sich auf etwa 732.000 Euro. Weitere 240.000 Euro stammen aus einem Förderprogramm des Landes. pm/wom

Tag der offenen Tür in der Kita St. Josef Neresheim

Zum Tag der offenen Tür am Sonntag, 1. Oktober, lädt die katholische Gesamtkirchengemeinde Neresheim ab 10 Uhr zum Festgottesdienst und anschließenden Gemeindefest ein. Von 13 bis 17 Uhr kann die neue Kindertagesstätte besichtigt werden.

© Schwäbische Post 28.09.2017 17:57
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