Im neuen Jahr bewusster Energie sparen

  • Wie kann man die Energieeffizienz steigern und dabei Kosten sparen. Bildquelle: gguy – 326210168 / Shutterstock.com

Mehr Werbung für Fitness und Gesundheit: Es ist wieder Jahresbeginn und viele Menschen haben sich viele gute Vorsätze gemacht, die es diesjährig umzusetzen gilt. Oft geraten indirekte Verbesserungen in Vergessenheit: Ein Vorsatz könnte sein, bewusster Energie zu sparen! Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Die Angst vor Komforteinbußen ist beim Sparen von Energie gegeben: Muss ich in Zukunft immer den Stecker ziehen oder das Licht ausschalten? Wie waren nochmal die energieeffizientesten Heizzyklen? Und was galt es beim Lüften zu beachten?

Auf all diese Fragen gibt es mehrere Antworten, so wie es Lösungen für das Energiesparen gibt. Beide Seiten können Energie sparen – sowohl Umweltliebhaber als auch Komfortbegeisterte. Erstere haben es etwas einfacher hinsichtlich der Umstellung, dafür gehen letztere mit der Zeit.

Der Tarifwechsel und warum er ohne Scheu erledigt werden sollte

Die meisten denken beim Strom sparen in erster Linie an das Geld sparen. Logisch, denn beides steht in einem kausalen Zusammenhang: Ein geringerer Stromverbrauch führt zu weniger Kosten. Warum also nicht einfach zu einem günstigeren Tarif wechseln? Gerade im digitalen Zeitalter, wo online bereits jeder einen individuellen Vergleich durchführen kann und per Mausklick wechselt, geht das so einfach wie nie.

Erstaunlicherweise machen es nur wenige Menschen in Deutschland: Nach dieser Umfrage auf Statista.com sprachen sich letztes Jahr (2017) ca. 48 Millionen Menschen gegen einen Wechsel des Stromtarifs aus. Das ist mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung! Tatsächlich gewechselt haben hingegen nur knapp 10 Millionen Menschen.

Grund für den Wechsel % der Befragten insgesamt
Mehr sparen 88
Preiserhöhung Anbieter 84
Unzufrieden mit Anbieter 69
Anbieter zu unflexibel 51
Umzug 49
Umweltfreundlicher Anbieter gesucht 43


Betrachtet man als Quelle der oben gezeigten Tabelle nun noch diese Statistik, lassen sich die Hauptgründe für den Wechsel schnell ausmachen: Ganz vorne steht natürlich der geringere Preis des anderen Anbieters. Das Sparpotential wurde von 54% der Befragten mit Sicherheit erkannt und genutzt. Weitere 34% führen es als wahrscheinlichen Grund an. Ähnliche Zahlen zeigen sich bei einer Preiserhöhung des eigenen Anbieters als Wechselgrund.

Unzufriedenheit, mangelnde Flexibilität des Anbieters und Umzüge sind die nachfolgenden Gründe. 13% der Befragten gaben ferner an, bewusst zu einem umweltfreundlichen Anbieter gewechselt zu haben, 30% sprachen hier von einem wahrscheinlichen Grund.

Warum Energie sparen?

Es ist einerseits offensichtlich, dass sich der Wechsel für die allermeisten finanziell gelohnt hat. Andererseits erkennt man auch, dass vielen ein Umweltbewusstsein wichtig ist. Beides sind Gründe für einen Anbieterwechsel und damit für die Einsparung von Energiekosten. Im Umkehrschluss sind es damit auch Gründe, Energie zu sparen – denn das spart ebenfalls Energiekosten.

Energiesparen: Wie effizient ein Haushalt ist

An manchen Schulen gibt es diesbezüglich sogar Programme: Die Kinder bekommen Energiekostenmessgeräte mit nach Hause geschickt und sollen damit den Standby-Stromverbrauch der im Haus angeschlossenen Geräte überprüfen. Am Ende lässt sich errechnen, wie viel Strom das Haus unbewusst verbraucht.

Durch abschaltbare Steckdosenleisten kann diesem Schattenverbrauch begegnet werden. Geräte sind nach dem Abschalten der Leiste komplett vom Netz getrennt und brauchen keinen Strom. Dafür sind sie natürlich nicht mehr im Standby-Modus: Der Fernseher kann nicht mehr per Fernbedienung eingeschaltet werden, bevor er per Steckdosenleiste nicht wieder am Netz hängt. Es gibt also Geräte, bei denen der Standby-Betrieb Komforteinbußen nach sich zieht. Doch ebenso viele Geräte machen das nicht – und sind dennoch im Standby. Computer beispielsweise werden ohnehin per Schalter eingeschalten. Dasselbe gilt für

  • - Monitore
  • - Mikrowellen
  • - Küchenmaschinen
  • - Ladestecker, und vieles mehr.


Moderne Geräte haben im Regelfall zwar einen geringen Standby-Verbrauch, doch dennoch ist das Problem durch viele ältere Geräte beständig – sowie durch einen neuen gesellschaftlich-technischen Trend: Das Smart Home.

Smart Home: Führt es wirklich zu Energieeinsparungen?

Mit dem Smart Home kommt ein Werkzeug, welches unter mehreren Grundsätzen verwendet werden kann. Beispielsweise unter dem Vorsatz der Energieeinsparung: Das Licht schaltet sich beim Verlassen des Zimmers automatisch aus. Die Heizung geht herunter, wenn man das Haus verlässt und wieder hoch, kurz bevor man wieder nach Hause kommt. Türen und Fenster schließen sich entsprechend dem optimalen Lüftungszyklus. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten.

Diese lassen sich jedoch nur durch entsprechend intelligente Geräte bzw. Instrumente und Anlagen realisieren. Das wiederum spielt einer Erhöhung des Standby-Stromverbrauchs in die Hände. Achten Sie darauf, dass die Energieeinsparungen höher sind als der zusätzliche Stromverbrauch.

Fazit

Abschließend lässt sich festhalten: Ein Tarifwechsel lohnt praktisch immer. Er spart Energiekosten und je nach Anbieter tatsächlich Energie, beispielsweise wenn die Kraftwerke besonders effizient sind. Interessanterweise sind das vor allem erneuerbare Energien, allem voran das Wasserkraftwerk. Hinzu kommt die Möglichkeit, Energie durch entsprechende Maßnahmen im Haushalt zu sparen – vom Verzicht über Steckdosenleisten, Lüftungs- und Heizzyklen bis hin zum Smart Home.

© Schwäbische Post 15.01.2018 16:16
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