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Fabelwesen aus der Urzeit - Drachenmärchen im Urweltmuseum

Drachenmärchen - warum gerade im Urweltmuseum? Die Funde riesiger Knochen, die bizarren Schädelformen und die ungeheuren Ausmaße der Fossilien lassen erahnen, warum in unserer Region Geschichten von Drachen entstanden sein könnten. In anderen Gegenden standen große Schlangen, Eidechsen, Warane oder Krokodile Pate. In Europa sind Drachen meist feuerspeiende, fliegende Ungeheuer, gefürchtet und gemieden. In Asien sind Drachen oft Wasserwesen, die sogar Glpck bringen können.
Im Grimms Märchen von den vier kunstreichen Brüdern erzählte Ute Hommel von vier Brüdern, die sich in ihren Berufen durch außergewöhnliche Fertigkeiten hervortun. Diese Fertigkeiten können sie einsetzen, um eine Prinzessin aus den Klauen eines Drachens zu befreien. Dass die großen Flüsse Chinas ihre Entstehung ebenfalls verschiedenen Drachen zu verdanken haben, berichtete Ingrid Raschka. Aus dem Großen Drachen entstand der Große Fluss, der Gelbe Drache wurde zum Huang He, dem Gelben Fluss und aus dem Perlendrachen der Mekong, der Perlenfluss. Im zweiten chinesischen Märchen erzählte sie, wie die Blumenprinzessin und ihr Gemahl, dem Verbot des Drachenkönigs zum Trotz, den Menschen Regen bringen.
Dass man nur mit der Kraft der Worte auch die gefährlichsten Drachen überlisten kann, zeigt Stan Bolovan im gleichnamigen rumänischen Märchen. Es gelang ihm, sowohl den Drachen als auch die Drachenmutter so einzuschüchtern, dass sie ihm nicht nur viele Säcke voll Dukaten schenkten,
sondern sie auch noch in sein Haus trugen.
Das afrikanische Märchen vom zehnköpfigen Drachen Jomandene enthält überraschend vertraute Elemente: Die Kindeer missachten - wie die sieben Geislein -die Warnung der Mutter vor dem bösen Drachen und werden von ihm verschluckt. Die Mutter holt sie, wie Rotkäppchen, lebend aus dem Bauch des Untiers.
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© Erzählgemeinschaft Ostalb Märchenbrunnen 26.02.2018 12:18
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