Vier Mythen rund ums Auge


Beim Schielen können die Augen stehen bleiben, und Möhren sind gut für das Sehvermögen. Das sind nur zwei Mythen, die sich um die Augen des Menschen ranken. Anlässlich einer aktuellen Studie zur Intelligenz von Brillenträgern ist es an der Zeit, vier Mythen unter die Lupe zu nehmen.

Mythos 1: Brillenträger sind intelligenter

Das Klischee, Brillenträger seien intelligenter als Menschen ohne Brille, kennen die meisten - egal, ob man eine Brille trägt oder nicht. Forscher der University of Edinburgh haben nun belegt, dass an dem Mythos etwas dran ist. In einer groß angelegten Studie bewerteten die Wissenschaftler nicht nur die kognitiven Fähigkeiten von 300.000 Briten zwischen 16 und 102 Jahren, sondern auch deren Sehvermögen. Das überraschende Ergebnis: Mit einer 28 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit tragen intelligente Menschen eine Brille oder Kontaktlinsen.

Dass man längst nicht mehr als Brillenschlange gilt, wenn man auf eine Sehhilfe angewiesen ist, beweisen die aktuellen Brillentrends. Während man beispielsweise bei einer Gleitsichtbrille aufgrund der Dicke der Gläser früher nur zwischen wenigen Modellen wählen konnte, zeigt ein Blick auf www.optik24plus.de, dass man mittlerweile auch bei Gleitsichtbrillen nicht auf den modischen Aspekt verzichten muss.

Mythos 2: Karotten verbessern das Sehvermögen

Grundsätzlich sind Karotten gut für den gesamten menschlichen Organismus. Sie enthalten viel Vitamin A, das der Körper unter anderem für das Nervensystem, Haut und Knochen sowie ein funktionierendes Immunsystem benötigt. Speziell für den Sehvorgang ist Vitamin A insofern relevant, als dass es in der Netzhaut das Sehpigment Rohdopsin bildet, welches für die sogenannte Signalkaskade verantwortlich ist. Wenn Licht in das Auge fällt, dann leitet die Signalkaskade diese Informationen an den Sehnerv weiter. Vitamin A ist also für die Lichtwahrnehmung zuständig, kann aber das Sehvermögen an sich weder verbessern noch wieder herstellen. Vitamin A ist übrigens nicht nur in Möhren, Kürbissen, Grünkohl und Süßkartoffeln enthalten, sondern auch in tierischen Produkten wie der Leber von Schweinen, Rindern oder Hühnern.

Mythos 3: Schielen ist ungesund für die Augen

Wer kennt den Mythos nicht aus seiner Kindheit? Wenn man schielt und dann die Glocke schlägt, bleiben die Augen stehen. Oder alternativ dann, wenn man während des Schielens gehauen wird. Doch an diesem Mythos ist tatsächlich nichts Wahres dran, zumindest gibt es keinen dokumentierten Fall dieser Art. Das Gehirn sorgt dafür, dass die Augen auch nach dem Schielen immer wieder ihre normale Position einnehmen. Tatsächlich können Kinder und auch Erwachsene ihre Augen munter verdrehen und tun diesen dadurch sogar etwas Gutes. Schließlich trainiert man mit nahezu jeder Bewegung der Augen die dort ansässigen Muskeln.

Mythos 4: Man kann Sonnenbrand auf den Augen bekommen

Sonnenbrand auf den Augen ist tatsächlich ein bekanntes Problem für Wintersportler. Schuld daran sind die unsichtbaren ultravioletten Strahlen der Sonne, die pro 1000 Höhenmeter um etwa 20 Prozent zunehmen. Durch die Reflexion aus Eis und Schnee verstärkt sich zudem deren Intensität - deshalb wird der Sonnenbrand auf den Augen auch Schneeblindheit genannt. Ein ähnlicher Effekt lässt sich auch am Badesee ausmachen, denn Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche sorgen für gleißende Spiegelungen. Schutz bieten nur hochwertige Sonnenbrillen mit ausreichendem UV-Filter.


Bildrechte: Flickr Pip's Eye Barney Moss CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

© Schwäbische Post 06.07.2018 09:04
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