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Radwegebenutzungspflicht

Sollte es den Verantwortlichen in Schwäbisch Gmünd wirklich ein ehrliches Anliegen sein, sich für die Fahrradfreundlichkeit unserer Stadt zu engagieren, dann möchte ich diese dringend darum bitten, eine Aufklärungskampagne zum Thema „Radwegebenutzungspflicht“ und eine Kampagne zu einem fairen Miteinander im Straßenverkehr zu initiieren.

Ich und viele andere Radfahrer sind es leid, uns regelmäßig von schlecht informierten Autofahrern zu nötigen, beschimpfen und beleidigen zu lassen, nur weil wir – hier in Gmünd und um Gmünd herum – Fahrradfahren.
Konkret, weil wir mit unseren Fahrrädern auf öffentlichen Straßen unterwegs sind.
Sei es zur Arbeit, zum Einkaufen, für Erledigungen, zum Hobby oder auch als Hobby.

Richtig drastisch ist es aktuell in der Buchstraße. Belehren, Hupen, Be-Drängen, auch Ab-Drängen, Vogel zeigen, Mittelfinger, schlimme Beschimpfungen habe ich dort schon erlebt. Aber auch auf der L1161 von Bettringen nach Bargau – am Samstagvormittag mit dem Rennrad unterwegs – wurde ich dieses Jahr schon angepöbelt. Nach meinem Kenntnisstand dürfen die genannten Straßen mit dem Fahrrad befahren werden, denn die Radwege dort unterliegen nicht, oder nicht mehr der Benutzungspflicht. Aber auch wenn ein Radfahrer einen Verkehrsverstoß begehen würde, der in der Regel mit 20,-- Euro geahndet wird, steht das immer noch in keinem Verhältnis zu bewusster Gefährdung, Nötigung und Beleidigung.

Rainer Hiller
Schwäbisch Gmünd

© Rainer Hiller 02.08.2018 15:45
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Kommentare

Edgar Kuchelmeister

Hallo Rainer,

also ganz so schlimm erfahre ich es nicht mit den Autofahrern. Die sind manchmal noch verständnisvoller als Bus- und LKW-Fahrer in der Relation.

Nur was soll die Stadt da machen? Ich habe zwischenzeitlich eine Kamera an meinem Rad montiert. Gefährder werden angezeigt!

Was die Radbenutzungspflicht angeht: Wenn ein Radweg da ist, warum auf der Strasse fahren, vorausgesetzt man wird nicht durch schlechte Beschaffenheit und sich öffnende Beifahrertüren gefährdet? Gut, ich habe ein vollgefedertes Mountainbike mit dicken Reifen, das deutlich toleranter auf schlechte Wege reagiert als ein Rennrad.

Aber auch bei den Radfahrer, notorisch falsche Straßenseite, gegen die Fahrtrichtung, Handybenutzung oder MP3-Player sollte mal dringend gemahnt werden!

In my humble opinion

Da habe ich aber jetzt eine Frage:

Warum bauen wir für so viel Geld so viele Fahrradwege, warum ruft man dauernd nach weiteren Fahrradwegen, wenn die Benutzung nach Gusto erfolgen darf?

Edgar Kuchelmeister

In my humble opinion schrieb am 03.08.2018 um 12:40

Da habe ich aber jetzt eine Frage:

Warum bauen wir für so viel Geld so viele Fahrradwege, warum ruft man dauernd nach weiteren Fahrradwegen, wenn die Benutzung nach Gusto erfolgen darf?

Die Frage ist jetzt nicht ernst gemeint oder?

Bist du schon mal mit einem Rennrad über die teilweise unterirdisch schlechten Radwege gefahren? Wo wird mit "so viel" Geld neue Radwege gebaut?

Also sorry, ohne Erfahrung und ohne Nachdenken posten? Da lass mal lieber die Finger von der Tastatur.

Und das sagt einer der täglich Rad fährt und dem schlechte Wege nichts ausmachen. Wenn Radwege so gut sind, dass man ohne körperlich geschädigt zu werden darüber fahren kann, dann bin ich der letzte der nicht die Benützung fordert. Aber wenn man jede Verschmutzung an die Stadt melden muss und sich dann nicht mal was tut, braucht sich niemand zu wundern, wenn die Radfahrer auf die zumeist deutlich gepflegteren Autostrassen ausweichen!

derleguan

Es gibt in unserer Gesellschaft immer noch viele Menschen, die vom Fahrrad und dem Umgang damit nicht die geringste Ahnung haben. Sie sind als Kind vielleicht selbst einmal Rad gefahren, betrachten dies aber weitgehend als Kinderspielzeug.  Sie sprechen herablassend von einem Strampeldingensgebumens und meinen insgeheim, dass man nur mit motorisierten Dreckschleudern von A nach B kommt. Für eine umfassende Verkehrswende ist es ungeheuer Wichtig, auch diese Leute mitzunehmen und nicht in zwei verschiedene Lager zu spalten. Überdenken sollte man auch einmal die Unsitte, dass Opas, Omas und Verwandte immer noch für den Enkel auf den Führerschein sparen und Kinder mit Sprichwörtern wie: "Das Geld sollst du aber sparen für den Führerschein" quälen.

Edgar Kuchelmeister

derleguan schrieb am 05.08.2018 um 09:45

Es gibt in unserer Gesellschaft immer noch viele Menschen, die vom Fahrrad und dem Umgang damit nicht die geringste Ahnung haben.

Dann muss man was dagegen tun. Stichwort: Verkehrserziehung in der Schule!

... Für eine umfassende Verkehrswende ist es ungeheuer Wichtig, auch diese Leute mitzunehmen und nicht in zwei verschiedene Lager zu spalten.

Wenn ich darauf hinweise, dass diese Leute für andere Verkehrsteilnehmen eine Gefahr sind, hat das wohl mehr mit Realität und weniger mit Spaltung zu tun.

Überdenken sollte man auch einmal die Unsitte, dass Opas, Omas und Verwandte immer noch für den Enkel auf den Führerschein sparen und Kinder mit Sprichwörtern wie: "Das Geld sollst du aber sparen für den Führerschein" quälen.

Klar, und das Mädchen Geld für's Hochzeitskleid bekommen, sollte man gleich mit abschaffen bei den Scheidungsraten.

SCNR