So weit weg wie nur möglich

Fern ab Es gibt Ziele, die Reisende niemals zu Gesicht bekommen.

Sie werden in der Geografie als Pole der Unzugänglichkeit bezeichnet und liegen am weitesten von bestimmten Punkten auf der Landkarte entfernt. Pole der Unzugänglichkeit werden allgemein als kontinental oder ozeanisch bezeichnet, erklärt das Institut für Geografie der University of California in Santa Barbara. Je nachdem, ob sie auf dem Festland oder im Meer liegen. Ein kontinentaler Punkt der Unzulänglichkeit ist demnach ein Punkt auf dem Festland, der maximal von einer Küste entfernt ist. Das gilt für den eurasischen Pol der Unzugänglichkeit, der in einer Wüste im Nordwesten Chinas liegt.

Die abgelegentste Insel

Ein ozeanischer Pol der Unzulänglichkeit liegt im Meer und ist maximal weit vom Festland entfernt. Das trifft auf den pazifischen Pol der Unzugänglichkeit im Südpazifik zu, auch Point Nemo genannt. Fast 2700 Kilometer sind es von hier bis zu den Pitcairn-Inseln, den nächsten Nachbarn. Die abgelegenste Insel wiederum ist die unbewohnte Bouvetinsel. Für Aussteigerträume taugt die Vulkaninsel, die im Südatlantik liegt und seit 1930 von Norwegen abhängig ist, jedoch kaum – wegen des rauen Klimas.

Sind diese Orte wirklich unberührt? „Der Mensch hat die Erde so umgekrempelt, dass er überall seine Spuren hinterlassen hat“, sagt Prof. Reinhold Leinfelder, Geowissenschaftler an der Freien Universität Berlin. „Etwa drei Viertel des eisfreien Festlands sind nicht mehr als Urnatur zu bezeichnen.“ dpa

© Schwäbische Post 17.08.2018 16:09
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