Ein knappes Gut wird wertvoll

Parken Viele Kunden möchten vor der Tür parken und nicht weite Wege gehen. Durch Fremd- und Dauerparker haben viele Händler Umsatzeinbußen. Doch es gibt eine Lösung: Parkraumbetreuung.
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Die meisten deutschen Autofahrer wissen es aus eigener leidvoller Erfahrung: Parkplätze sind nicht nur in den Innenstädten ein knappes Gut. Sieht man das Ganze aus Sicht des Einzelhändlers, so hängt sein ökonomischer Erfolg direkt auch mit der Parkplatzsituation vor Ort zusammen. Denn Kunden möchten nahe an oder direkt bei ihrem Einkaufsziel parken – vor allem, wenn sie größere Einkäufe tätigen wollen. Hindert sie etwas daran, wirkt sich das direkt auf ihr Einkaufsverhalten aus. In einer repräsentativen Studie von APCOA Parking zum Thema „Parken“ sagten rund 40 Prozent der befragten Bundesbürger, dass Probleme bei der Parkplatzsuche dazu führten, dass sie beim nächsten Einkauf das betroffene Ladengeschäft meiden würden. 27 Prozent gaben sogar an, dass sie bei einer schwierigen Parkplatzsuche aufgeben und wegfahren würden, ohne überhaupt ihr Ziel zu erreichen. Für Ladenbesitzer kann ein negatives Parkerlebnis also dazu führen, dass Kunden ausbleiben und damit auch Umsätze fehlen.

Blockierte Kundenparkplätze

Zu einem guten Parkerlebnis für die Kunden zählt zum einen eine gepflegte und einladende Parkfläche. Zum anderen aber auch, dass der Eigentümer Sorge trägt, dass tatsächlich Parkplätze zur Verfügung stehen. Denn vor allem dort, wo Stellplätze ein rares Gut sind oder wo Autofahrer auf einen Parkplatz als inoffizielle Park & Ride-Möglichkeit zurückgreifen, sind es häufig nicht Kunden, sondern Fremd- und Dauerparker, die den Parkplatz vor dem Geschäft belegen. Tatsächliche Kunden finden dann keine Parkplätze mehr und müssen weite Wege in Kauf nehmen oder zu einem anderen Geschäft fahren, während das eigentliche Ziel leer bleibt.

Das ist eine gute Lösung, die auch auf viel Verständnis stößt.

Barbara Pinschmidt
Supermarkt - Betreiberin

Offenes Wort mit der Stadt

Nicht jeder Einzelhändler hat Einfluss auf die Parkplätze in der Umgebung und kann so die Situation verbessern – hier ist ein offenes Wort mit der Stadt oder Kommune eine gute Option. Diejenigen, an die ein Parkplatz angeschlossen ist, können dagegen selbst aktiv für Verbesserung sorgen. Etwa indem sie ein Unternehmen zur Parkraumbetreuung engagieren. Mitarbeiter der Firma setzen dann eine gemeinsam abgesprochene Freiparkzeit und klare Parkregeln, die vor Ort deutlich ausgeschildert werden, auf der Fläche durch. „Die Parkraumbetreuung hilft uns dabei, Fremd- und Dauerparker vom Missbrauch unseres Parkplatzes abzuhalten und Kunden wieder das Parken zu ermöglichen. Seit wir die Parkplatzplatzüberwachung eingeführt haben, konnten wir sogar einen Umsatzzuwachs verzeichnen“, sagt Barbara Pinschmidt, Betreiberin eines Edekas im hessischen Marburg. djd

© Schwäbische Post 17.08.2018 16:09
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