Moderne Kleinstadt von großem Format

In diesem Jahr wurde in Oberkochen der 50. Jahrestag der Stadterhebung gefeiert. Und die Stadt ist bestrebt, sich steig weiterzuentwickeln. Nach dem Jubiläum ist die „Neue Mitte“ in Planung, mit der in den kommenden Jahren ein neues, attraktives Stadtzentrum entstehen soll.
  • Schon heute ein attraktiver Mittelpunkt der Stadt Oberkochen: der Rathausplatz. Foto: opo
  • Die Scheerer-Mühle wurde vom Mühlenverein liebevoll in vielen Arbeitsstunden saniert. Foto: ls
  • So könnte ein Teil der „Neuen Mitte“ später einmal aussehen. Visualisierung: a2Plan Ingenieure

Oberkochen. Sie ist eine kleine große Stadt. So steht es in Oberkochens neuem Heimatbuch, das jüngst zum Jubiläum der fünfzigjährigen Stadterhebung herausgegeben wurde. Oberkochen verbindet den landschaftlichen Reiz über den Tälern des Schwarzen Kocher mit den vielen Möglichkeiten einer modernen Stadt.

Eine besondere Gemeinde

Binnen fünfzig Jahren hat sich die ehemals kleine, ländlich geprägte Gemeinde zur Stadt entwickelt. Einer Stadt mit heute knapp 8.000 Einwohnern. Obwohl der Ort zumindest einwohnermäßig niemals überbordend groß geworden ist, zeigt er seine „Größe“, seine besondere Bedeutung, sein städtisches Gepräge und seine Vielfalt auf andere Weise.

Oberkochen ist Heimat von Weltunternehmen wie Carl Zeiss, Hensoldt und Leitz. Allein die Firma Carl Zeiss mit ihren 27.000 Arbeitnehmern weltweit sorgt am Hauptstandort Oberkochen für 6.500 Arbeitsplätze. Der Bohrermacherbrunnen mitten im Ort steht als Symbol dafür, dass die Werkzeugindustrie die Gemeinde geprägt und dadurch Weltruhm erlangt hat. „Werkzeuge von Leitz formen die Zukunft und ohne die Hochtechnologie von Carl Zeiss wäre die moderne Welt von morgen undenkbar“, sagt Bürgermeister Peter Traub.

„Wir wollen der Stadt eine attraktive Neue Mitte schenken“ Peter Traub, Bürgermeister.

Seit 24 Jahren bestimmt Oberkochens Bürgermeister Peter Traub an der Spitze des Gemeinderats die Geschicke der Stadt zwischen den Zentren Aalen und Heidenheim. Die Rahmenbedingungen sorgen für gesunden Optimismus. Das diesjährige Haushaltsvolumen beläuft sich auf circa 98 Millionen Euro, der Gewerbesteuer-Ansatz liegt bei 48 Millionen Euro.

Vorbildfunktion genießt die Stadt als kinder- und familienfreundliche Kommune. Vieles wurde in den vergangenen Jahren erfolgreich gestemmt. Rund sechs Millionen Euro gibt man jährlich fürs Kinderbetreuungsangebot aus. Insgesamt stehen 390 Betreuungsplätze inklusive der Hortbetreuung an den Schulen zur Verfügung.

Vorzeigeprojekt Kinderhaus

Ein Vorzeigebeispiel ist das vor einigen Jahren eingeweihte Kinderhaus im Wiesenweg. Seit vielen Jahren kommt die Stadt mit seinen Kinderhäusern im Wiesenweg und am Gutenbach sowie dem Kindergarten im Wohngebiet Heide den landesweiten Vorgaben für Kinderbetreuungsplätze nach.

Die hervorragende Schulentwicklung ist darüber hinaus ein wichtiger weicher Standortfaktor mit einem florierenden Gymnasium, einer aufstrebenden Gemeinschaftsschule und dem sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum.

Baubeginn der „Neuen Mitte“

Die Stadt steht allerdings auch vor großen Aufgaben mit hohen Investitionssummen, Oberkochen befindet sich im Wandel. „Wir wollen der Stadt eine attraktive neue Mitte schenken“, sagt Bürgermeister Peter Traub.

Im kommenden Jahr will man mit den Bauarbeiten loslegen, Oberkochen soll ein neues Zentrum bekommen, das sich von der Bahnhofstraße über die katholische Kirche bis hin zur Scheerer-Mühle öffnen soll. Glanzpunkt der „Neuen Mitte“ soll ein attraktiver Stadtplatz werden, der zum Verweilen einladen soll.

Froh zeigt sich der Bürgermeister, dass durch die nimmermüde Arbeit der Mitglieder des Mühlenvereins die Revitalisierung der Scheerer-Mühle gelungen ist. 70.000 Stunden im Ehrenamt hat das Team „Soutschek und Co.“ dafür eingebracht. ls

© Schwäbische Post 30.08.2018 15:02
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