Leserbeitrag von In my humble opinion

OB: BI Zeiselberg "unsauber" ( P-GT vom 20.09.2018, S. 9 )

Man kann nicht von allen Mitmenschen erwarten, dass sie mehrdimensional denken ( 'ich denke, dass ich weiß, was du denkst' = theory of mind ) und davon ausgehen, dass Erwartungen und Wissensstand des Gegenübers nicht deckungsgleich mit den/dem Ihrigen sind.

Von der ausgewählten Gruppe der Gemeinderäte und der gewählten Vertreter erwarte ich aber zwingend ein solches Denken und eine gewisse nüchterne Betrachtung auch der eigenen euphorischen Erwartungen und Einschätzungen.

Betrachten wir die anfängliche Sachlage:

Ein vergessenes, verwildertes Stückchen Wildwuchs in der Stadt soll zu einem Fixpunkt der Remstalgartenschau gemacht werden.

Dafür wird gerodet und die Landschaft auf 'erlebbare' Natur gequält, mit Amüsiermeile ( Ausguck, Rutsche ) und statt eines im Dickicht liegenden temporär betriebenen 'Biergartens' soll ein permanentes Restaurant in betriebswirtschaftlich sinnvoller Größe und Lage gebaut werden.

 

Das finden nun nicht alle gut.

Es ist nicht die Frage, ob das so sein muss oder nicht, es ist die Frage, ob man den eigenen Vorstellungen und Gedanken zur 'Zukunft' Vorrang ein- und alle Bedenken Anderer einfach ausräumt.

Es ist ja auch die Frage, was eine solche Maßnahme der Umgestaltung des Zeiselbergs zum langfristigen wirtschaftlichen Erfolg beiträgt, wie viele Leerstände in der Stadt dadurch beseitigt werden bzw nicht entstehen. Die Gmünder Besucher kaufen sowieso ( nicht ) in Gmünd ein, je nachdem, und ob die auswärtigen Besucher in ihrer Begeisterung ob Aussicht, Rutsche und Bewirtung noch mehr Geld in Gmünd lassen, nun, zumindest nachdenken sollten wir darüber.

Sicher, OB und Gemeinderäte sind von der Bürgerschaft als Vertreter und Sammler/Entscheider gewählt, aber das heißt doch noch lange nicht, dass jene Personen qua Amtes nun über das 'allein seligmachende Wissen' verfügen.

Gleiches erleben wir bei der Diskussion um das Stadtbad, auch da wäre eine vorherige Abfrage der Bürgermeinung doch nicht ehrenrührig, unter Offenlegung der Kosten, der Schulden, der Möglichkeiten und der Unmöglichkeiten - und wenn die Bürgerschaft bei solchen langfristigen Investitionen mitgenommen wird, wird's auch was mit dem Bad.

© In my humble opinion 20.09.2018 16:46
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