Lesermeinung

Zum Leserbrief „Keine Details zur Tat“ über die Vorfälle von Chemnitz von Andrea Steidle , SchwäPo, 28. September:

In Ihrem Leserbrief mutmaßen Sie, dass in dem Tötungsdelikt von Chemnitz „etwas vertuscht“ werden sollte, um „der Bevölkerung die ganze Wahrheit vorzuenthalten“. Eine kurze Recherche im Internet könnte da schon viele der von Ihnen gestellten Fragen klären. So ist der (sächsischen) Lokalpresse, die für die Details dieses verwickelten Falles wohl eher zuständig ist als ARD und ZDF, zu entnehmen, dass mittlerweile beide Schwerverletzten aus dem Krankenhaus entlassen worden sind und auch umfassend ausgesagt haben.

Ansonsten ermittelt die örtliche Staatsanwaltschaft, und ich denke, man sollte ihr die Zeit lassen, das gründlich und umfangreich zu tun. Immerhin ist ein weiterer Tatverdächtiger identifiziert worden, während sich ein dringender Tatverdacht gegen den erst beschuldigten Iraker bezüglich des Totschlags nicht erhärtet hat.

Es ist dem Funktionieren des Rechtsstaats zu verdanken, dass dieser Mann entlastet wurde und nicht schon am nächsten Laternenpfahl baumelt! Natürlich ist die festgestellte Passfälschung ein ernsthaftes Vergehen, dennoch nicht gleichzusetzen mit Totschlag oder sogar Mord. Indem Sie mit durch nichts belegbaren und schwurbeligen Verschwörungstheorien die Arbeit von Presse, Polizei und Justiz grundsätzlich in Frage stellen, legen Sie die Axt an die grundlegenden Säulen unseres Rechtsstaats!

© Schwäbische Post 30.09.2018 17:16
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