Lesermeinung

Zu den geplanten Schließungen von Filialen der Kreissparkasse Ostalb:

„Der Kunde soll sich bei uns wohlfühlen“ lautet einer der vielen Werbespots der Sparkassen. Gilt diese vollmundige Lobpreisung auch für die Kreissparkasse Ostalb? Wer die Pläne zur zukünftigen Struktur dieses Bankinstituts liest, muss zwangsläufig ins Grübeln kommen! Zugegeben: Das Verhalten ihrer Bankkunden mag sich in den letzten Jahren verändert haben. Manche der zur Auflösung vorgesehenen Zweigstellen mag deshalb nicht mehr ausgelastet sein. Sie zu schließen, kommt sicherlich der Finanzausstattung der Bank zugute – der ständig beschworenen Notwendigkeit zur Stärkung des ländlichen Raumes aber ganz gewiss nicht!
Völlig unverständlich und kontraproduktiv ist die geplante Auflösung bisher bestehender SB-Stationen. Wie sollen eigentlich die betroffenen Bürger und speziell alte, nicht mehr mobile Menschen dort zu ihrem Bargeld kommen? Da hilft auch das hochgelobte Online-Verfahren nichts, an dem sich etliche Bankkunden, ob der nicht weg zu diskutierenden Gefahrenpotenziale aus grundsätzlichen Erwägungen nicht beteiligen. Die Kreissparkasse Ostalb, die sich ja rühmt, ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung bewusst zu sein, wäre gut beraten, wenn sie ihre vorgesehene Radikalkur nochmals überprüfen und angemessen revidieren würde.

Aalen

© Schwäbische Post 29.10.2018 18:19
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Kommentare

In my humble opinion

Wenden Sie sich doch an den Verwaltungsrat der KSK bzw an den Kreistag als 'Teilhaber' - der Einfachheit halber an den Landrat Pavel, der ist in beiden Gremien ...

tsh

Früher war die KSK für mich eine feste Größe. Selbstverständlich hatte ich Sparbuch, Jugendsparbuch, das erste Girokonto dort, brachte mein Erspartes zur und holte die Knax-Heftle in der nahen Filiale ab. Bei den dortigen Filialmitarbeitern waren nicht nur die Familie, sondern auch ich persönlich bekannt, bekam meine ersten Euroschecks bereits mit 14.

Den ersten Knacks erlebte meine persönliche Beziehung zur KSK, als sie Mitte/Ende der 80er Jahre als erste mir bekannte Bank Kontoführungsgebühren fürs Girokonto auch von Studenten verlangte. Zum Bruch kam es dann mit der Hausfinanzierung: nicht nur, dass die KSK weit höhere Zinsen von mir (als jahrzehntelangem Stammkunden) haben wollte als jede andere Bank, der "Berater" glänzte durch Fehl- und Falschinformationen. Uns kam damals durchaus der Gedanke auf, dass er uns "über den Tisch ziehen" wollte...

Von einer "gesamtgesellschaftlichen Verantwortung" hat sich die KSK schon lange zurückgezogen, mich als Kunden hat die KSK seither auch verloren. Aber zum Glück gibt es auch abseits der Online-Banken Alternativen!