Lesermeinung

Zum Abriss der Unterkochener Grundschule:

Als Familie mit Kindern hat man es in Aalen nicht leicht: Sind die Kinder (noch) in der Aalener Kinderklinik geboren, geht schon die Suche nach einem Betreuungsplatz los. In Aalen kommt es einem Lotteriespiel gleich, einen Kinderbetreuungsplatz zu bekommen.

Lange Zeit hat die Stadt Aalen die steigenden Geburtenzahlen ignoriert und damit der Ausbau der Kinderbetreuung verschleppt. Ja, man fasste gar Kindergartenschließungen ins Auge. Schließlich musste die Stadt eingestehen, dass man „versehentlich“ mit falschen Zahlen gearbeitet hat.

Den nächsten Geniestreich landet die Stadt nun mit der Schließung der Unterkochener Grundschule. Da in der Kocherburgschule ein paar Kammern leer stehen, hält man es für einen guten Gedanken, hier eine komplette Grundschule einzupferchen. Dass damit der Schulweg für viele Grundschüler nicht mehr alleine zu bewältigen ist, wird ebenso ignoriert, wie die Tatsache, dass man die Kleinen auf einen gefährlichen Weg schickt. Man bedenke den Schwerlastverkehr auf der Waldhäuserstraße.

Die Statistik, wonach die meisten Kinder auf dem Schulweg verunglücken, wird von der Stadtverwaltung ebenso ignoriert wie bis vor kurzem die Statistik zu steigenden Geburtenzahlen. Und was wird mit dem Grundstück der Grundschule? Da kann man sich sicher sein – auch ohne eine Statistik zu bemühen: Dort wird es weder Wohnraum für Familien noch für sozial Schwache geben. Die haben nämlich in Aalen keine Lobby.

© Schwäbische Post 09.11.2018 19:56
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