Lesermeinung

Zum Befahren der Innenstadt durch Paketdienste:

Es freut mich, dass die Stadt Aalen sich jetzt endlich eines Problems annimmt, das ich – wie auch andere – in den vergangenen Jahren schon mehrfach thematisiert habe. Bisher gab es vonseiten der Stadt nämlich immer nur den Hinweis, dass das Einfahrverbot für Paket- und Postdienste nicht gelte und dass diese alle eine Sondergenehmigung hätten, die sichtbar an der Windschutzscheibe auszulegen sei.

Ein ebenso großes Problem stellen allerdings auch die Geldtransporter dar. Wenn die kommen, müssen schon auch mal die Außenbestuhlungen zur Seite geschoben werden, wie ich selbst schon wiederholt beobachtet habe. Oft stehen diese Fahrzeuge dann auch zehn bis fünfzehn Minuten vor einer Bank oder einem Geschäft mit laufendem Motor, was ja Otto Normalbürger nicht gestattet ist und ihm möglicherweise sogar eine Anzeige wegen Umweltvergehens einbringt.

Die Fahrer öffnen kein Seitenfenster, wenn man sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen will und die bewaffneten Mitarbeiter außerhalb der Fahrzeuge gehen auch nicht darauf ein, sondern fühlen und gebärden sich eher wie einst John Wayne beim Verjagen von Gesindel aus seiner Stadt.

Ich habe vor zwei Jahren bei einer dieser Sicherheitsfirmen nachgefragt und das Laufenlassen der Motoren moniert. Die Auskunft war damals, dass die Fahrer angewiesen seien, dies zu unterlassen und dass man die Mitarbeiter ins Gebet nehmen und die Anweisung noch einmal verdeutlichen werde. Geändert hat sich nichts – die Beschwerde war wohl form-, frist- und zwecklos.

Erfreulich, dass sich jetzt der OB höchstpersönlich darum kümmern will, samt Citymanager und Hochschule. Dann dürfte das Problem ja bald zufriedenstellend gelöst werden. Oder höre ich da etwa ein leises Kichern im Hintergrund? Will er mit seinen Aussagen uns darauf vorbereiten, dass er die Lieferfahrzeuge aus der Innenstadt heraushalten, die Fußgängerzone aber den nicht weniger ungefährlichen Radfahrern öffnen will? Holzauge sei wachsam!

len

© Schwäbische Post 30.11.2018 12:50
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Kommentare

In my humble opinion

>Die Fahrer öffnen kein Seitenfenster, wenn man sie ...<

Das ist ja wohl mehr als verständlich, dass die Personen im Fahrzeug keinem Unbekannten den Zugang erlauben dürfen, wie friedlich er auch aussehen mag, die Gründe dafür sind doch wohl nachvollziehbar.

>... und das Laufenlassen der Motoren moniert.<

Ich weiß zwar nicht, ob das formaljuristisch in Ordnung ist, aber ich habe mal gehört, dass die Fahrer die Motoren nicht ausschalten dürfen, wenn sie mal laufen, weil sie unter Umständen nicht wieder anspringen könnten und das Fahrzeug dann im Notfall unbeweglich wäre und damit ein leichtes Ziel.

Diese Geldtransporte wären nicht nötig, wenn wir alle ( aber wirklich alle ) auch immer alles ( aber auch wirklich alles ) mittels Scheckkarte oder ähnlich bargeldlos zahlen würden - und wollen das wirklich?