Koffein beim Sport – sinnvoll oder gefährlich?

Eine Tasse Kaffee am Morgen und der Tag ist dein Freund – als Genussmittel und Wachmacher ist Kaffee hierzulande sehr beliebt. Rund 0,4 Liter trinkt jeder Deutsche durchschnittlich pro Tag. Hochgerechnet sind das im Laufe eines Lebens rund 80.000 Tassen. Das beliebte Heißgetränk wird mittlerweile jedoch nicht nur als Aufwachhilfe am Morgen getrunken, sondern von Sportlern auch gerne als leistungsförderndes Getränk benutzt. Doch ist das gesund? Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengetragen.

Die Wirkung von Koffein

Koffein ist ein Wirkstoff, der das zentrale Nervensystem stimuliert und durch die Verdrängung des körpereigenen Botenstoffs Adenosin das Gefühl von Müdigkeit vorübergehend reduziert. Darüber hinaus weitet Koffein die Blutgefäße, wodurch Muskeln und Bronchien besser mit Sauerstoff versorgt werden, was insgesamt die Leistungsfähigkeit verbessert. Angesichts dieser Effekte ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Leistungssportler Kaffee als Leistungsbooster für sich entdecken.

Effekt beim Sport

Wer Koffein zur Leistungssteigerung verwenden möchte, muss zum einen auf das richtige Timing und zum anderen auf die richtige Menge achten. Bereits nach 15 Minuten steigt die Koffeinkonzentration in Blut an, doch die höchste Wirkung erreicht das Koffein erst nach etwa einer Stunde. Wer beim Sport den Koffein-Kick ausnutzen möchte, sollte daher rund eine Stunde vor der sportlichen Aktivität Kaffee trinken.

Hinsichtlich der Dosierung gilt: Weniger ist mehr. Wer täglich drei Tassen Kaffee oder mehr trinkt, gewöhnt sich schnell an den Effekt und wird somit auch beim Sport keine leistungssteigernde Wirkung mehr spüren. Zu diesem Ergebnis kam unter anderem eine Studie der Universität Dublin aus dem Jahr 2017. Die Forscher fanden heraus, dass Koffein bei Sportlern, die regelmäßig koffeinhaltige Produkte konsumierten, keinen positiven Effekt mehr hatte. Anders sah es bei Sportlern aus, die im Alltag nur sehr wenig oder gar kein Koffein konsumierten – sie konnten bei mehreren Sprinttests ihre Leistung dank Koffein-Shots auf konstant hohem Niveau halten.

Gefahren einer Überdosierung

Trotz dieser positiven Effekte sollte Koffein nicht leichtfertig konsumiert werden. Eine Überdosierung kann für den Körper sogar gefährlich werden. So ist Kaffee zum Beispiel ein Mineralstoffräuber, er entzieht dem Körper Calcium und Magnesium. Wer viel Kaffee trinkt, kann auch unter Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, nervöser Unruhe, Schlaflosigkeit und Konzentrationsstörungen leiden.

Dass Kaffee harntreibend ist, dürfte hingegen bekannt sein. Wer erste Anzeichen für eine unruhige Blase feststellt, sollte sich frühzeitig darüber informieren, wie sich einer Blasenschwäche entgegenwirken lässt – und den Kaffee vorsichtshalber erst einmal meiden.

Fazit

Alles in allem ist Koffein zur Leistungssteigerung nur eingeschränkt zu empfehlen. Wer den Wirkstoff nur gelegentlich zur Leistungssteigerung verwenden möchte, kann dies in moderaten Mengen bedenkenlos tun. Doch sollte in diesem Fall der Kaffeekonsum im Alltag entsprechend reduziert werden, damit sich der Körper nicht an die Koffein-Wirkung gewöhnt. Anderenfalls neigt man dazu, die tägliche Menge stetig zu erhöhen – und riskiert damit schlimmstenfalls eine Abhängigkeit.

Bildrechte: Flickr latte heart 2 Lara604 CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

© Schwäbische Post 07.12.2018 10:58
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