Eigene Vereinsräume geschaffen

Beim Tag der offenen Tür stellt die Pfahlheimer Trachtenkapelle ihr in der Kastellschule geschaffenes Vereinsdomizil vor.
  • Ein Blick in einen der neuen Vereinsräume des Musikvereins im Obergeschoss der Kastellschule.? Foto: rat

Ellwangen-Pfahlheim. Der Pfahlheimer Musikverein träumt bereits seit Jahrzehnten von einem eigenen Vereinsheim. Jetzt konnte sich die Trachtenkapelle im Zuge der Generalsanierung in der Kastellschule ihren Traum verwirklichen und im Schulgebäude eine Unterkunft einrichten.
Eine Planvariante zur Generalsanierung der Kastellschule sah vor, dass die Obergeschosse rückgebaut werden sollen. Dann kam die Idee auf, gegen einen Zuschuss in Höhe von 160 000 Euro dem Musikverein leer stehende Räume zu überlassen. So konnte sich die Trachtenkapelle ihren Traum von eigenen Vereinsräumen verwirklichen.
Bereits seit Jahrzehnten verfolgt der Musikverein das Ziel, sich ein Vereinsheim zu bauen. Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Varianten in Erwägung gezogen. Dies waren der Umbau des ehemaligen Farrenstalls, der UJAG-Garagen und des alten Lagerhauses. Auch ein Anbau bei der Erweiterung der Kastellhalle wurde anvisiert.
Das Thema Vereinsheim spaltete sprichwörtlich den Ortschaftsrat. Der vor 21 Jahren amtierende OB, Hans-Helmut Dieterich, erklärte den damaligen Ortsvorsteher und vier seiner Räte im Namen des Regierungspräsidiums und wegen ihrer „Verflechtungen in der Ortschaft“ (Anwohner beziehungsweise Vereinsfunktionäre) für befangen. So konnten in einer entscheidenden Sitzung nur noch die fünf verbliebenen Gremiumsmitglieder über den „Sportbereich Breite“ und den etwaigen Standort für ein Musikerheim diskutieren. Doch auch das Ziel des Gremiums, das „rote Schulhaus“ zu einem „Haus der Vereine“ umzubauen, konnte nicht erwirklicht werden.
Vor 15 Jahren wurde seitens des Musikvereins aufgrund des Vorhabens sogar ein Förderverein gegründet. Dann hatte die Trachtenkapelle die Idee, im Nachbarort eine nicht mehr benötigte Asylantenunterkunft abzubauen und in Pfahlheim wieder aufzubauen. Doch der Wiederaufbau scheiterte vor zehn Jahren an den Kosten für den Lärmschutz und die Brandschutzvorschriften.

Einmalige Gelegenheit

Jetzt erhielt der Musikverein die einmalige Gelegenheit, sich um Zuge der Generalsanierung eigene Räume zu schaffen. Im zweiten Obergeschoss wurden zwei nicht mehr benötigte Klassenzimmer und ein Nebenraum abgezwackt und den Musiker gegen eine Bezahlung von 160 000 Euro zur Verfügung gestellt. Auf dieser, rund 200 Quadratmeter großen Fläche, hat sich der Musikverein einen Probenraum, einen Aufenthaltsraum, ein Archiv für Noten und Uniformen sowie WCs realisiert.
Über eine als zweiter Fluchtweg erforderliche Außentreppe, konnte ein separater Zugang zu den Musikerräumen geschaffen werden. Einen Teil des Zuschusses musste der Musikverein in Form von Barmitteln bezahlen. Den Großteil mussten die Musiker mittels Eigenleistungen aufbringen. Dies geschah überwiegend beim Ausräumen und Entkernen des Schulgebäudes. Hierbei wurden gut 1500 Arbeitsstunden geleistet und insgesamt 95 Tonnen Rückbaumaterialien demontiert. Teilweise waren bis zu 30 Helfer auf der Baustelle, erinnert sich der Vorsitzende, Florian Maierhöfer. Ferner waren die Musiker bei der Auslagerung des Schulbetriebs in Containermodule behilflich. Zudem haben sie sich eine Garage erstellt.
Aufgrund der Garage und des zusätzlichen Windfangs würde der Musikverein insgesamt rund 200 000 Euro investieren, sagt Maierhöfer. Zur Teilfinanzierung habe die Trachtenkapelle über die VR-Bank Ellwangen eine sogenannte Crowdfunding-Aktion gestartet. Über diese kamen knapp 29 450 Euro zusammen. Franz Rathgeb

© Schwäbische Post 12.12.2018 19:52
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