Taucheruhren und was sie ausmachen

Die Unterwasserwelt der Ozeane unseres Planeten ist auch heute noch weitestgehend unerforscht. Genau diese Ungewissheit ist es, die Profi- und Gelegenheitstaucher weltweit fasziniert - und antreibt. Jährlich sind es Millionen, die sich von den geheimnisvollen Tiefen angezogen fühlen, seit Jahren geht es dabei immer auch um Zeit.
Bereits in den 1950er Jahren begann die Ära des Tauchsports, nachdem die beiden Forscher Hans Hass und Jaques-Yves Cousteau die ersten Sporttauchgeräte entwickelt hatten. Es wurde nun kein exorbitant schwerer Helm mit Luftschlauch mehr benötigt, dank den beiden Pionieren waren Druckluftsysteme verfügbar, welche das Freitauchen ermöglichten.
Mit der rasant fortschreitenden Entwicklung mussten nun auch neue Zeitmessgeräte hergestellt werden. Sei es die Abtauchzeit, zu der der Tauchgang beginnt oder die Austauchzeit, worunter man den Aufstieg einschließlich Dekompressionspausen versteht, die Daten muss ein Freitaucher bei sich tragen und ablesen können. Heute übernimmt das ein moderner Tauchcomputer, doch vor wenigen Jahren noch waren für diese lebenswichtige Aufgabe Taucheruhren im Einsatz.

Wozu heute noch mechanische Uhren beim Tauchen?

Die Nostalgie hält ewig an, so tragen auch heutzutage manche Taucher noch ihre mechanische Armbanduhr zum Tauchen. Aber wozu? Sie ist eigentlich überflüssig geworden, Computer verarbeiten zuverlässig alle essentiellen Daten.
Eine mechanische Taucheruhr ist nichtsdestotrotz ein zuverlässiges Backup-Instrument. Technik ist anfällig für Fehler, mechanische Uhren funktionieren kompromisslos. Sie stehen für Abenteuer, versprühen Charme und machen nicht nur unter Wasser eine unglaublich gute Figur. Und mit der richtigen Pflege können moderne Taucheruhren für lange Zeit eine Menge Freude bereiten.

Wodurch definiert sich eine Taucheruhr?

Damit eine Armbanduhr offiziell als Taucheruhr gilt, muss sie fünf Indizien aufweisen können.
Das sind zum Einen die einseitig drehbare Lünette, worauf sich eine Tauchzeitskala befindet. Bei null Minuten ist sie mit einem Leuchtpunkt versehen, sodass während des Tauchgangs die verstrichene Tauchzeit jederzeit ablesbar ist. Dass die Lünette einseitig drehbar ist, ist eine durchdachte Sicherheitsmaßnahme: Bei versehentlichem Verstellen kann die Tauchzeit nur verlängert werden, sodass man gegebenenfalls nur zu früh, niemals zu spät ans Auftauchen erinnert wird.
Zum Anderen muss die Uhr einem Wasserdruck von mindestens 20 bar standhalten können. Nach ISO 2281 gewährleistet dieser Prüfdruck volle Funktionsfähigkeit beim Schnorcheln oder Tauchen, liegt der angegebene Wert unter 20 bar sollte man dies tunlichst vermeiden.
Ein weiteres Merkmal einer Taucheruhr ist ein wasserfestes Armband. Vorzugsweise Kautschuk- oder auch Metallarmbänder lassen sich durch Abspülen mit Süßwasser leicht reinigen, Lederarmbänder haben eine kürzere Lebensdauer.

Leuchtmittel beschichtete Zeiger und Indexe sind bei einer Taucheruhr obligatorisch. Je tiefer Sie abtauchen, desto weniger werden Sie mit bloßem Auge sehen - und die Zeit im Blick zu behalten, ist unter Wasser durchaus lebensnotwendig.
Abschließend zeichnet sich eine Taucheruhr durch eine verschraubte Krone aus. Die Krone ist, bezogen auf Wasserdichtigkeit, die Schwachstelle jeder Uhr. Durch ein Gewinde wird die Krone beim Festschrauben eng an den Dichtungsring im Gehäuse gepresst, ein Eindringen von Wasser ist an dieser Stelle nun nicht mehr möglich.

Auch im Alltag machen Taucheruhren eine hervorragende Figur. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Tauchmodelle namhafter Hersteller die beliebtesten Uhren auf dem Markt und die Wartelisten teils sehr lang sind. In jedem Fall muss erwähnt werden, auch bei Taucheruhren sind und bleiben die verbauten Dichtungen Verschleißteile, die regelmäßig überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden müssen. Besonders Chlor und Salzwasser können erheblichen Schaden herbeiführen - spült man die Uhr nach der Anwendung jedoch kurz mit Süßwasser ab, kann dies die Lebenserwartung positiv beeinflussen.

Bildquelle: unsplash John Torcasio

© Schwäbische Post 14.12.2018 09:56
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