Leserbeitrag von In my humble opinion

Weniger Schulden ein Muss ( P-GT vom 22. Dezember 2018, S. 9 )

‚Schöne Bescherung‘ war mein erster Gedanke, als ich im Artikel die Zeilen


>Das Regierungspräsidium hat hingegen darauf verwiesen, dass Gmünds weitere Entschuldung „zwingend“ ist. Die Behörde sprach dabei von einem „inzwischen aufgelaufenen Investitionsstau im Bereich der Pflichtaufgaben“. … Sanierung und Ausbau von Schulgebäuden, auch für Ganztagsbetreuung, mehr Kita-Betreuung, Brandschutzanforderungen und der „natürliche Verschleiß der sonstigen städtischen Infrastruktur“ wie Gemeindestraßen und –plätze, städtische Gebäude und Hallen führten zu einem „hohen Investitionsbedarf“. Allein im Kita-Bereich fielen hier mehr als 14 Millionen Euro auf bauliche Maßnahmen an, die noch nicht in der städtischen Finanzplanung dargestellt seien. Dafür und für andere notwendige Investitionen werde die Stadt „mittelfristig wieder entsprechende Kredite aufnehmen müssen“ ….<


gelesen hatte. Ich kam mir vor wie im falschen Film, um es mal höflich auszudrücken.
Da müssen ‚wir‘ – also die Stadtspitze, die Stadtverwaltung und die Stadträte - uns vom Regierungspräsidium sagen lassen, was eine ordentliche Haushaltsführung ist, mehr Ohrfeigen rechts und links und Kopfnüsse konnten wir uns ja wohl kaum einfangen!

Und in dem Zusammenhang, ich weiß auch nicht, warum, fiel mir doch spontan der Abschnitt aus der „Geschichte der Stadt Schwäbisch Gmünd“ ( Theiss-Verlag ) ein, in dem von finanziellen Problemen der freien Reichsstadt Gmünd, aufgedeckt nach der Übernahme der Stadt durch das Herzogtum Württemberg 1802, erzählt wird. Dort ist von hohen Schulden, von vielen in der Folge abgeschafften Feiertage und Wallfahrten ( das Wort ‚Event‘ kannte man halt damals noch nicht ) und anderen Missständen die Rede, wobei natürlich heute nicht ganz klar ist, was üble Nachrede, was Realität gewesen ist. Keine Frage, die heutigen Verhältnisse sind definitiv nicht mit denen von damals zu vergleichen, aber manches Detail mutet doch recht bekannt an, und heute kann man sogar über das nun 200 Jahre alte Vorurteil des damaligen Finanzministers von Malchus von 1818 ( „Schweigen sie mir von ihrem elenden Gmünd; an diesem hat der Staat eine schlechte Acquisition gemacht, und es wäre zu wünschen – man könnte diesem Lumppennest wieder los werden!“ ) lachen – irgendwie …

© In my humble opinion 25.12.2018 03:26
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