Leserbeiträge

ZUm Artikel "Noch kein Baden im Gmünder Wald"

Es kommt nicht oft vor, dass ich mit Markus Herrmann einer Meinung bin. Sogar seine Wortwahl gefällt mir ausnahmsweise:"Waldbaden" ist "Alter Wein in neuen Schläuchen". Denn was hier pseudowissenschaftlich verbrämt daherkommt, praktizierten naturverbundene Menschen seit jeher. Ohne viel Aufhebens davon zu machen. Sie schlenderten, spazierten oder wanderten forschen Schrittes in den Wald. Jeder nach seiner Facon, wie es ihm oder ihr beliebte. Die Entspannung kam von alleine. Und mit ihr auch eine gelassenere Betrachtung perönlicher Probleme. Wer den Blick am Stamm einer hundertjährigen Tanne hinaufwandern lässt, braucht keinen Guru neben sich, der ihm die Welt erklären will. Auch keine Stadträtin Lutz, die Touristen erzählt, sie könnten vor ihrer inneren Leere davonlaufen, indem sie der Mode des "Waldbadens" hinterherlaufen. Und was ein normaler, naturliebender Mensch am allerwenigsten braucht, sind Marketing-Fuzzies, die mitten im Wald Türrahmen aufstellen und Lichtungen zu „Waldbadezimmern“ hochstilisieren. Im Wald möchte ich einfach meine Ruhe haben.

 

© Harald Seiz 12.01.2019 03:54
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