Hier schreibt der Schwäbische Albverein OG Aalen

Ulm einmal anders - Ausflug des Albvereins

„In Ulm, um Ulm und um Ulm herum“ – ganz so weit führte der Ausflug des Schwäbischen Albvereins denn doch nicht. Aber dass es auch abseits des Fischerviertels schöne und interessante Ecken in der ehemaligen Freien Reichsstadt zu besichtigen gibt, zeigte der Ausflug der Ortsgruppe Aalen.
An der riesigen Baustelle rund um den Ulmer Hauptbahnhof vorbei führte der Weg zunächst zu den sog. Grabenhäusern am Seelengraben und Frauengraben. Diese kleinen, oft einstöckigen Häuser sitzen wie Puppenhäuser auf der Doppelstadtmauer. Sie waren ursprünglich als Unterkünfte für geworbene Soldaten im 17. Jahrhundert gebaut und von ihnen bis 1805 bewohnt. Heute sind die meist städtischen Häuschen privat genutzt und ein beliebtes Wohnquartier.
Durch die Gassen der Altstadt, vorbei an unzähligen prächtigen Bürgerhäusern ging es über den Münsterplatz am Rathaus vorbei zum Fischerviertel. Am Schiefen Haus entdeckten die Besucher einen Schlüssel, der vom oberen Stockwerk herabhängt und als Lot eindrucksvoll zeigt, wie schief das Haus tatsächlich ist.
Nach dem Mittagessen in der historischen Zunftstube der Fischer stand der Besuch des Donau-Schwäbischen Zentralmuseums an. Die Auswanderungsgeschichte der Donau-schwaben, aber auch von Elsässern und Schweizern in die pannonische Tiefebene ließ ein Schauspieler in wechselnder Verkleidung lebendig werden. Als „Lehrer“ brachte er zunächst einige wichtige Jahreszahlen näher, die für die Auswanderung eine Rolle spielten.
In weiteren Rollen als Kapitän einer Ulmer Schachtel, als Bursche, der sich für den Kirchweihtanz in Siebenbürgen fein macht oder als Blaufärber in seinem Tuchladen in Temesvar erläuterte er kurzweilig das Leben in den deutschen Siedlungen. Nach dem ersten Weltkrieg wurde das ehemalige Österreich-Ungarn aufgeteilt, die Donauschwaben befanden sich nun in Umgarn, Rumänien und dem neu geschaffenen Jugoslawien. Von dort wurden sie nach dem zweiten Weltkrieg häufig vertrieben oder umgesiedelt.

 

© Schwäbischer Albverein OG Aalen 11.02.2019 12:56
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