Kochende Kunden

  • Der neue Thermomix TM6 von Vorwerk. Foto: Vorwerk/dpa
Eine Küchenreibe ist schon was Feines. Möhren, Kartoffeln, Käse – egal. Ratzfatz ist alles bereit fürs Kochen. Und so wertstabil – auch nach fünf Jahren raspelt man damit noch wie am ersten Tag und kann sie daher anderen Do-it-yourself-Köchen andrehen. Bei Ebay stehen gebrauchte Exemplare der einfachsten Art bei 6,90 Euro. Das übersteigt schon fast den Einkaufspreis.

Wertstabilität ist also etwas, das Hobbyköchen sehr am Herzen zu liegen scheint. Erst recht, wenn man die wütenden Proteste einiger Thermomix-Jünger anschaut. In deren hochpreisigem Segment geht es allerdings um mehr als um Küchenreiben (für knapp 1400 Euro kann man auch mehr erwarten): häckseln, rühren, mixen, zerkleinern, kochen, neuerdings auch braten und karamellisieren – und das mit WLAN und Bluetooth-Steuerung. Umso schlimmer, wenn man vor Kurzem noch das Vorgängermodell der Küchenmaschine gekauft hat. Das neueste Exemplar kam plötzlich auf den Markt, und deutlich früher als erwartet, nämlich fünf statt zehn Jahre nach dem Vorgängermodell. Jetzt mit dem alten dazustehen, muss sich anfühlen, als hätte man einen Paul Boucuse bestellt und einen Ronald McDonald bekommen.

Der Hersteller Vorwerk hat jetzt angekündigt, sich dieser besorgten Automaten-Kochbürger mit einem Austauschangebot anzunehmen. Besser ist es. Sonst fangen die Leute noch an, selber zu kochen. Stefan Kegel
© Südwest Presse 14.03.2019 07:46
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