Richtige Haltung und ausreichend Sport

Die Funktionstüchtigkeit der Muskulatur und insbesondere der etwa 150 wirbelsäulennahen Muskeln entscheiden über das Auftreten von Rücken- schmerzen. Sie gehören zu den wichtigsten Bestandteilen des menschlichen Bewegungssystems und haben außergewöhnliche Fähigkeiten.
  • So ist es falsch: Wer vor dem Anheben des Bierkastens nicht in die Knie geht, belastet seinen Rücken unnötigerweise, anstatt die Beine unterstützend einzusetzen. Fotos: Alexander Schäffer
  • So geht es richtig: Schwere Gegenstände stets aus der Hocke heraus anheben, sodass die Beine unterstützend mitwirken. Rücken und Wirbelsäule werden dabei geschont.

Der Tag der Rückengesundheit wurde im Jahr 2002 durch das Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz eingeführt.

Der Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR e. V.) hat mittlerweile die Schirmherrschaft übernommen und veranstaltet am 15. März jeden Jahres deutschlandweite Veranstaltungen.

Vorbeugen ist besser als heilen

Mit dem Aktionstag wird zur aktiven Prävention von Rückenbeschwerden aufgerufen. In Kooperation mit der AGR und den KddR Verbänden findet zudem eine zentrale Veranstaltung, der „Expertenworkshop“, statt. Hier werden wichtige Grundsätze für die deutschen Rückenschulen verabschiedet und veröffentlicht, wie beispielsweise die Dortmunder Deklaration von 2009.
     Jeder Tag der Rückengesundheit steht unter einem bestimmten Motto wie beispielsweise „Haltung bewahren“ oder „Der Rücken beginnt im Kopf“. 2018 motivierte mit „Rückenfit an der frischen Luft“ zur gesunden Bewegung „outdoor“.

Hintergründe zum Motto 2019

Stärke deine Muskeln – bleib rückenfit! So lautet das Motto des Tages der Rückengesundheit am 15. März 2019. Es stellt die über 500 Muskeln des Menschen in den Mittelpunkt der Rückenprävention.
    Darüber sind sich alle Experten einig: Die Funktionstüchtigkeit der Muskulatur und insbesondere der etwa 150 wirbelsäulennahen Muskeln entscheiden über das Auftreten von Rückenschmerzen.

Die Veranstalter des alljährlichen bundesweiten Rückentages sind der Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. und die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V.

Aufgaben der Muskeln

Neben den Knochen, Gelenken und Nerven gehören die Muskeln zu den wichtigsten Bestandteilen des menschlichen Bewegungssystems. Ihre Fasern haben eine außergewöhnliche Fähigkeit, sie können sich verkürzen. Mit Hilfe von Sehnen und Bändern verbinden sie sich mit den Knochen bzw. den Gelenken zu funktionellen Einheiten. Diese Symbiose ist die Grundlage für jede Köperhaltung und jede Körperbewegung.
     Das gute Zusammenspiel von Muskeln und Gelenken entscheidet über die Leistungsfähigkeit und Gesundheit des menschlichen Bewegungssystems. Neben der Bewegungsfunktion haben die Muskeln weitere positive Einflüsse auf die Knochengesundheit, den Gesamtstoffwechsel und die Gehirnfunktion. Fazit: Ein guter muskulärer Status fördert die körperliche und psychische Gesundheit des Menschen.

Zusammenhang zwischen Muskeln und Rückenschmerzen

Tatsächlich verringern gut ausgebildete Bauch- und Rückenmuskeln die Gefahr des Auftretens von Rückenschmerzen und sie führen auch zur Linderung bereits vorhandener Beschwerden. Bauch- und Rückenmuskeln dürfen daher nicht isoliert betrachtet werden, sondern sie bilden mit anderen Skelettmuskeln die so genannten Muskelketten. Seit einiger Zeit rückt zudem die Bedeutung der Bindegewebsstrukturen (Faszien) für die Muskelfunktion und die Entstehung von Rückenschmerzen ins Interesse.

Was die Muskeln schwächt

Das Wichtigste, was Muskeln benötigen, ist Bewegung. Wenn sie nicht regelmäßig Kraft entwickeln dürfen, dann verlieren sie diese Funktion. Die Eiweiße in der Muskulatur werden abgebaut, Muskelschwund und Muskelverspannungen sind die Folge. Demzufolge sind Bewegungsmangel und Bewegungsmonotonie die größten Feinde der Muskulatur.
     Auch lang andauernde Fehlhaltungen durch schlechte ergonomische Verhältnisse am Arbeitsplatz oder in der Freizeit, ebenso aber auch beim Liegen auf schlechten Matratzen wirken sich negativ auf die Muskulatur aus.

Was die Muskeln stärkt

Diese für die Muskeln notwendige Bewegung kann durch körperliche Aktivität beim Gehen, Radfahren, aber auch durch das gezielte Muskeltraining in Sport, Therapie oder Rehabilitation gefördert werden. Aufrecht-dynamische Körperhaltungen beim Sitzen und Stehen sowie rückenfreundliche Bewegungsmuster beim Bücken, Heben und Tragen sind grundsätzlich positiv für die Muskulatur.

Wichtig für eine langfristig funktionstüchtige Muskulatur sind zudem eine vollwertige, ausgewogene Ernährung und psychische Balance. So ist beispielsweise Dauerstress eine Hauptursache für Nacken- und Rückenverspannungen. Hier helfen speziell vom Orthopäden entwickelte hochwertige Produkte, die an die optimale Versorgung anknüpfen.

Verspannungen im Rücken

Bewegungsmangel und das ständige Verharren in ein und derselben Position führen zu Fehlhaltungen und Verspannungen von Muskulatur und Faszien, zunehmendes Alter außerdem zu degenerativen Veränderungen an Knochen und Gelenken.      Insgesamt wird dadurch die Beweglichkeit der Nerven mehr und mehr eingeschränkt und der steigende Druck schädigt die nervenfaserumhüllende Myelinscheide, eine lipidhaltige Schutzschicht.

Typische Symptome sind häufige Schmerzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule, daneben Taubheitsgefühle, Missempfindungen, Brennen oder Kribbeln in den Extremitäten. Mit ausreichend Bewegung, Sport und Krafttraining unter fachmännischer Anleitung lässt sich dem jedoch vorbeugen.

Welcher Sport ist geeignet?

Regelmäßige Bewegung ist wichtig zur Vorbeugung und Linderung von Rückenschmerzen. Allerdings können manche Trainingsarten dem Kreuz auch ganz schön zusetzen oder sogar schaden. Wer bereits unter Rückenschmerzen leidet, sollte etwa Tennis, Fußball, Abfahrtsski und Volleyball meiden, da diese Sportarten mit ihren schnellen Drehungen und Stopps die Wirbelsäule stark belasten. Günstig sind dagegen Schwimmen, Aquagymnastik, Tanzen, Radfahren, aber auch Entspannungstechniken wie Yoga, Tai Chi oder Qi Gong, Walken oder auch gezieltes Krafttraining. Grundsätzlich ist angeraten, zunächst nur unter professioneller Anleitung zu trainieren. Ulrich Kuhnt/djd

© Schwäbische Post 14.03.2019 16:12
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