Rückenbeschwerden loswerden

Muskelstärkung und Nervenregeneration tragen erheblich zu einem fitten Kreuz bei. Die Kosten für die Krankenkassen sind beträchtlich.
  • Nur ein gesunder Rücken hält ständig wechselnden Belastungen stand. Foto: djd/Trommsdorff/iStock/Todor Tsvetkov

Anhaltende oder wiederkehrende Rückenschmerzen zählen zu den am weitest verbreiteten Beschwerden überhaupt. Mit direkten und indirekten jährlichen Kosten von mehr als 25 Milliarden Euro gehört dieses Krankheitsbild auch zu den teuersten für Krankenkassen, Versicherungen und Patienten. Hauptursache sind oftmals sitzende Tätigkeiten. Laut AOK arbeitet fast die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland im Sitzen und nur noch weniger als zehn Prozent überwiegend körperlich.

Bewegungsmangel führt zu Verspannungen

Bewegungsmangel und das ständige Verharren in ein und derselben Position führen zu Fehlhaltungen und Verspannungen von Muskulatur und Faszien, zunehmendes Alter außerdem zu degenerativen Veränderungen an Knochen und Gelenken. Insgesamt wird dadurch die Beweglichkeit der Nerven mehr und mehr eingeschränkt und der steigende Druck schädigt die nervenfaserumhüllende Myelinscheide, eine lipidhaltige Schutzschicht.

Typische Symptome sind häufige Schmerzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule, daneben Taubheitsgefühle, Missempfindungen, Brennen oder Kribbeln in den Extremitäten. Glücklicherweise sind periphere Nerven regenerationsfähig. Und mit einer zusätzlichen Zufuhr von nährenden Nervenbausteinen lässt sich die Nervenregeneration fördern.

Veränderung der Lebensweise

Allerdings betont der Experte, dass auch eine Veränderung der Lebensweise wichtig für einen positiven Effekt ist: „Moderne bewegungstherapeutische Konzepte setzen auf Aktivitäten, welche die Mobilität, Lebensqualität, Sicherheit und Selbstständigkeit des Patienten wiederherstellen können. Regelmäßige Bewegung wie Wandern, Radfahren, Schwimmen, eine gute Körperhaltung sowie ein kräftiges Muskelkorsett führen zu geschmeidigen Faszien und letztlich zu einer Entlastung der Nerven“, erklärt Dr. Joachim Merk, Sportpädagoge und Physiotherapeut in Tübingen.

© Schwäbische Post 14.03.2019 16:12
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