Lesermeinung

Zum Artikel „Gut 100 Hektar für Wohnen“ und dem Kommentar „Siedlungsdruck entscheidet“, SchwäPo vom 13. März:

Obwohl Mitunterzeichner des an die Gemeinderäte gerichteten Briefes der Neuen Siedlergemeinschaft Pelzwasen-Zebert zur (...) Ausweisung der Potenzialfläche Maiäcker als Wohnbaufläche im Flächennutzungsplan 2030, möchte ich als Bewohner des Pelzwasens (...) Stellung nehmen:

Soweit der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Wagenblast mit der Äußerung zitiert wird, Botschaft der Siedlergemeinschaft sei, verdichtet und nicht in Aalen zu bauen, halte ich dies für eine persönliche Wertung, der auf Sachebene zu widersprechen ist. Zum einen ist das verdichtete Bauen keine Forderung, die sich dem Brief entnehmen lässt und die sich die Siedler zu Eigen machen. Dies gilt insbesondere für die Maiäcker. Zum anderen akzeptieren die Bewohner des Quartiers die künftige Bebauung auf dem Areal der Martinskirche und dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei Schmid (Pelzwasen Ost) mit insgesamt etwa 150 Wohneinheiten und wehren sich nicht gegen jedwede Form des Zuzugs, wenngleich ich die Sorgen vieler Anwohner bezüglich der mit der Erschließung und Bebauung verbundenen Belastungen und hinsichtlich des Erhalts der Mammutbäume auf dem Schmid-Gelände gut nachvollziehen kann.

Als der Sachdiskussion wenig zuträglich habe ich den Kommentar des Redakteurs Alexander Gässler empfunden. Mit der Bemerkung, wer ein Häuschen im Grünen habe, habe keine Garantie, dass ihm nicht irgendwann die Aussicht verbaut werde, wird der Eindruck vermittelt, den Bewohnern des Quartiers gehe es vor allem um persönliche Egoismen. Unabhängig davon, dass die Wenigsten hier eine unverbaute Aussicht haben, möchten die Menschen an der Diskussion teilnehmen und gehört werden. Plakative Zuspitzungen helfen nicht.

Ich hoffe, dass nicht nur der Siedlungsdruck entscheidet, sondern bin mir sicher, dass in den entscheidenden Gremien sachliche Argumente nach Abwägung aller Belange den Ausschlag geben werden. Die am Ende getroffene Entscheidung wird nicht alle glücklich machen, aber im Sinne der demokratischen Spielregeln sicher auch von den Siedlern akzeptiert werden.

Aalen

© Schwäbische Post 14.03.2019 18:04
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